Zähne mit fester Zahnspange

Schiefstehende Zähne und Zahnfehlstellungen im Kiefer können das Leben vieler Patienten negativ beeinflussen. Wer möchte schon ein strahlendes Lächeln zeigen, wenn er genau weiß, dass sein Gebiss durch die schräg stehenden Zähne nicht gerade eine Schönheit ist? Aber auch gesundheitliche Belastungen in Form von Zahnerkrankungen und übermäßiger Gebissabnutzung können die Folge von Zähnen sein, die nicht korrekt im Kiefer stehen. Die tägliche Pflege wird durch Zähne, die zu eng bei einander stehen oder sich sogar überlappen, erschwert. Schnell bildet sich in den Überständen Zahnbelag, der sich mit der Zahnbürste nur mühsam entfernen lässt. Die Folge sind Karies und/oder Zahnfleischerkrankungen. Zusätzlich wird die Verdauung ebenfalls mit in Leidenschaft gezogen.

Regulierung von Zähnen und Kiefer

In den meisten Fällen wird mit einer kieferorthopädischen Behandlung noch im Kindesalter begonnen. Dies ist definitiv auch der beste Zeitpunkt für eine Korrektur. Aber letztendlich ist eine kieferorthopädische Behandlung nicht an ein bestimmtes Alter gebunden. So sind auch Zahnregulierungen beim erwachsenen Menschen ohne weiteres möglich. Der beste Zeitpunkt, mit einer Behandlung zu beginnen, liegt unmittelbar vor Beginn der Pubertät. Je früher eine fachliche Untersuchung beim Kind durchgeführt wird, umso eher können eventuelle Probleme in der Entwicklung der Zähne erkannt werden.

Ablauf einer kieferorthopädischen Behandlung

Um eine erfolgreiche Zahnregulierung vorzunehmen, bedarf es mehrerer Sitzungen. Die Behandlung beginnt mit einem Beratungstermin, bei dem gemeinsam mit dem Patienten beschlossen wird, ob eine Behandlung notwendig ist und wenn ja, in welchem Umfang sie mit welchen Methoden durchgeführt werden muss.

Zu Beginn der Behandlung werden neben diagnostischen Unterlagen, dazu gehören Kiefer- und Zahnmodelle, auch Röntgenbilder und oftmals Fotos angefertigt. Außerdem gehört noch die Erstellung eines individuellen Therapie- und Kostenplans dazu.

Damit Zähne und Kiefer erfolgreich korrigiert werden können, bedarf es der Anbringung einer Apparatur, die je nach Behandlungsziel entweder herausnehmbar ist oder fest angebracht wird. Während der Behandlungsphase muss diese Apparatur in regelmäßigen Abständen nachgestellt werden. Der Termin, bei dem diese Apparatur angebracht werden soll nimmt die meiste Zeit in Anspruch, da die Anbringung mit großer Sorgfalt durchgeführt werden muss. Die aktive Behandlungsphase nimmt in der Regel einen Zeitraum von etwa 2 bis 2 ½ Jahren in Anspruch. Während dieser Zeit muss alle vier bis sechs Wochen der Stand der Behandlung überprüft werden und die Apparatur wird entsprechend dem Behandlungsverlauf nachgestellt.

Ist das Behandlungsziel erreicht worden, wird die aktive Apparatur entfernt und es wird zur Stabilisation der nun korrigierten Zahnstellung eine Retentionsspange eingesetzt.

Materialien für die Zahnregulierung

Je nach Behandlungsziel kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz. So wird für Klammern, die man herausnehmen kann in aller Regel eine Kombination aus Metall und einem speziellen Kunststoff verwendet. Anhand eines Abdrucks, den der Zahnarzt zuvor bei einer Sitzung von den Zähnen des Patienten anfertigte, fertigt der Zahntechniker die Platte, den Aktivator oder den Bionator, welcher dazu dient, die Fehlstellung zu beheben.

Muss eine feste Klammer eingesetzt werden, werden dafür so genannte Brackets auf den Zähnen aufgebracht. Bestanden sie früher ausschließlich nur aus Metall, kommt heute unter ästhetischen Gesichtspunkten immer häufiger bei der Herstellung der Brackets zahnfarbenes Keramik oder Kunststoff, der transparent ist, zum Einsatz.

Mittels einer 3D-Analyse werden Invisalign-Schienen aus dünnen, hochelastischen und unsichtbaren Folien gefertigt, die aus einem speziellen Kunststoff bestehen.

Die verschiedenen Methoden der Zahnregulierung

Um Zahnfehlstellungen zu korrigieren, gibt es prinzipiell zwei verschiedene Methoden.

Die lose Klammer

Bei Kindern und Jugendlichen kommt hauptsächlich eine Zahnspange zur Anwendung, die herausgenommen werden kann. Da der Kiefer sich noch im Wachstum befindet, können die Zähne durch den Druck, den die Spange erzeugt in die gewünschte Position bringen lassen. Auf diese Weise können auch leichtere Fehlstellungen korrigiert werden, auch wenn die Spange nicht durchgehend getragen wird.

Der Klassiker unter den Zahnspangen

Die klassische und auch einfachste und effektivste Methode, eine Zahnregulierung durchzuführen ist die feste Klammer. Wie die Bezeichnung schon sagt, wird eine feste Klammer so an den Zähnen angebracht, dass sie nicht herausgenommen werden kann. Zu diesem Zweck klebt der Kieferchirurg Verankerungsplättchen an den Zähnen des Patienten fest. Diese Verankerungsplättchen werden als Brackets bezeichnet. Mittels elastischer Drahtbögen werden die Brackets mit einander verbunden. Die unterschiedlichen Bögen üben jeweils einen anderen Druck aus. So ist es möglich, auf schonende Weise die Zähne effizient und auch präzise in genau die Position zu bringen, auf die das Behandlungsziel abzielt. Auch wenn die Behandlungserfolge für sich sprechen, so hat diese Methode dennoch einen Nachteil. Der Erfolg der Behandlung geht während der Zahnregulierung zu Lasten der Ästhetik. Die Metallteile lassen das Gebiss nicht gerade vorteilhaft erscheinen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sich viele der Betroffenen durch die Spange in ihrem Äußeren beeinträchtigt fühlen.

Die Lingualtechnik

Wer sich partout nicht mit der herkömmlichen festen Klammer anfreunden kann, der kann auf die Lingualtechnik ausweichen. Bei dieser Behandlungsmethode werden sowohl die Brackets als auch die Drahtbögen an der Innenseite der Zähne befestigt. Doch auch hier gilt, dass jede Medaille eine Kehrseite hat. Die innenliegenden Brackets können vor allem in den ersten Wochen für eine Einschränkung der Aussprache des Trägers sorgen. Auch treten nicht selten Irritationen der Zunge auf.

Um dies zu umgehen, kann man für die Lingualtechnik so genannte Incognito-Lingualbrackets verwenden. Diese Brackets sind deutlich flacher als die herkömmlichen Verankerungsplättchen. Aus diesem Grund ragen sie weniger in den Mundraum.

Auch wenn eine Zahnregulierung erfolgreich durchgeführt wurde, haben Zähne nach Abschluss der Behandlung oftmals die unangenehme Eigenschaft, in die alte Position zurück zu tendieren. Daher empfiehlt es sich, die korrigierten Zähne mit so genannten Retainern zu stabilisieren. Gerade bei Zähnen, die sehr eng stehen, ist diese Vorgehensweise empfehlenswert. Retainer sind dünne Kunststoffschienen, nicht nur sehr stabil sondern auch durchsichtig sind. Sie werden für einige Zeit nach der Behandlung getragen.

Die unsichtbare Spange

Eine noch relativ neue Behandlungsmethode ist die so genannte unsichtbare Zahnspange, die von der Firma Invisalign entwickelt wurde. Seit 1999 wird diese Form der Zahnregulierung auch in Deutschland verwendet. Diese Art der Zahnspange wird für leichtere Formen von Zahnfehlstellungen angewendet.

Unter Verwendung eines speziellen Computergrafik-Vefahrens wird ein Behandlungsziel, das vorher vereinbart wurde, dreidimensional dargestellt und wird in die einzelnen Behandlungsphasen unterteilt. Für jede dieser Phasen wird nun eine individuelle Schiene aus einem durchsichtigen Kunststoff hergestellt. Jede dieser Schienen muss für eine Zeitdauer von ca. zwei Wochen getragen werden. Während die Schiene getragen wird, erfolgt ein kontinuierlicher Druck auf die Zähne, der sie in die vorher berechnete Richtung bewegt. Dann wird die nächste Schiene getragen. So geht man Schritt für Schritt vor, bis das gewünschte Behandlungsziel erreicht ist. Je nach Grad der Fehlstellung liegt die Behandlungsdauer in der Regel zwischen neun und 15 Monaten.

Die Vorteile der Behandlungsmethode liegen klar auf der Hand. Durch die Verwendung des transparenten Kunststoffs ist eine Invisalign-Spange sehr viel diskreter als eine herkömmliche Spange. Da die Schienen bei Bedarf herausgenommen werden können, gibt es sowohl beim Essen als auch bei der Mundhygiene keine Probleme. Der Patient erhält noch vor Behandlungsbeginn einen Einblick in das zu erwartende Behandlungsergebnis.

Da die Schienen herausnehmbar sind, besteht die Gefahr, dass kein kontinuierlicher Druck auf die Zähne ausgeübt wird. Somit würde sich das Behandlungsergebnis verzögern. Bevor die Schiene nach dem Herausnehmen wieder eingesetzt werden kann, müssen die Zähne gereinigt werden. Das heißt, die Zähne müssen bei manchen Patienten gut und gern bis zu sechs Mal gereinigt werden. Durch das Einsetzen der Schiene ist es möglich, dass der Patient zu Beginn der Behandlung lispelt. Diese Art der Behandlung ist relativ teuer und wird daher in Deutschland von den gesetzlichen Krankenkassen nicht oder nur sehr geringfügig bezuschusst.

 

Kosten für eine Zahnregulierung

Die Kosten, die für eine Zahnregulierung entstehen, stehen in einem engen Verhältnis zu dem Ausmaß der Fehlstellung und den Materialien, die für die Behandlung verwendet werden. Außerdem ist die Zeitdauer, in der die Zahnspange getragen werden muss, ein weiterer Faktor, der über die Höhe der Kosten für die Zahnbehandlung entscheidend ist.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei den Standardbehandlungen einen Großteil der Kosten, die dann über die Versichertenkarte abgerechnet werden können. Dennoch muss der Patient einen Teil der Gesamtkosten aus privaten Mitteln finanzieren.

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