Illustration eines Zahnimplantats

Gesunde und schöne Zähne, das ist wohl der Traum eines jeden Menschen. Speziell, wenn Eck- oder Schneidezähne ausfallen, sorgt die entstehende Lücke für einen Schönheitsmakel. Doch die Lücke beeinträchtigt auch die Stabilität des gesamten Kiefers. So können dadurch weitere Zähne ausfallen, die wiederum dafür sorgen, dass benachbarte Zähne kippen und auf Dauer ebenfalls ausfallen können. Der gesamte Kiefer bildet sich dann zurück, sodass das Gesicht meist alt und eingefallen erscheint. Damit steht fest, dass fehlende und ausgefallene Zähne aus ästhetischer Sicht ein großes Manko sind, aber auch die Gesundheit dadurch massiv beeinträchtigt wird.

Sollten die Zähne ausgefallen sein, kann es durchaus sinnvoll sein, sich für Zahnimplantate zu entscheiden, die eine deutlich höhere Lebensqualität verleihen. Die Verankerung der Zahnimplantate sitzt dabei besonders fest, sodass weder ein Druckgefühl entsteht, noch verändern sich die Gefühle beim Essen oder Sprechen.

Was genau sind Zahnimplantate?

Zahnimplantate gelten als Ersatz für verlorene Zähne. Sie übernehmen dabei nicht nur deren Funktion, sondern sind dank modernster Technologien auch vom Aussehen her kaum mehr von den echten gewachsenen Zähnen zu unterscheiden. Werden die Zahnimplantate eingesetzt, so werden auch künstliche Zahnwurzeln aus verträglichem Titan implantiert. Diese wiederum verwachsen während des Heilungsprozesses mit dem Knochengewebe. Ein Übergang zwischen Knochengewebe und Implantatoberfläche ist dabei nahezu unsichtbar.

Heutzutage werden die Titanwurzeln besonders gerne eingesetzt, weil sie deutlich sicherer sind und eine höhere Lebensqualität als der klassische Zahnersatz versprechen. Zudem schonen sie die Zahn- und Knochensubstanz massiv.

Man unterscheidet folgende Zahnimplantate: Sofortimplantate, verzögerte Sofortimplantate und Spätimplantate. Die ersteren werden direkt nach der Entfernung eines lockeren Zahns eingebracht, solange der Knochen noch nicht verheilt ist. Die verzögerten Sofortimplantate werden erst etwa sechs bis zwölf Wochen nach dem Verlust des Zahns eingebracht. Dadurch sollen evtl. Entzündungen erst einmal abheilen können. Die Spätimplantate werden erst dann eingesetzt, wenn alles vollständig abgeheilt ist.

Die Sofortimplantate können dabei aber nur eingesetzt werden, wenn keinerlei Entzündungen bestehen. Zudem bergen sie ein höheres Risiko wieder verloren zu werden und sollten deshalb nur in spezialisierten Fachkliniken eingesetzt werden. Die Spätimplantate hingegen haben den Vorteil, dass das Risiko einer Infektion hierbei besonders gering ist.

Aufbau der Zahnimplantate

Generell bestehen die Zahnimplantate aus drei einzelnen Bauteilen. Sie unterscheiden sich deshalb nicht im Aufbau, sondern lediglich in ihrer Form und der Beschaffenheit ihrer Oberfläche. Dabei kommen ein Implantatkörper, ein Implantatpfosten und seine Suprakonstruktion zum Einsatz. Der Implantatkörper stellt dabei die künstliche Zahnwurzel dar, die aus Titan gefertigt ist. Diese wird direkt im Knochen verankert. Der Implantatpfosten verbindet den Implantatkörper mit der Suprakonstruktion. Diese wiederum wird auf dem Implantatpfosten aufgebaut und stellt den künstlichen Zahn dar. Sie ähnelt einer Krone oder einer Brücke.

Dabei kommen meist Brücken und Kronen aus Vollkeramik zum Einsatz. Dieses Material besticht durch seine lange Haltbarkeit, die Allergenfreiheit und die Ästhetik. Derartige Zahnimplantate erreichen ein nahezu identisches Aussehen wie die natürlichen Zähne auch.

Die meisten Zahnimplantate haben dabei eine schraubenförmige, in einigen Fällen auch eine Zylinderform. Meist werden hier Zahnimplantate mit einer Länge und einem Durchmesser zwischen acht und 16 Millimetern eingesetzt.
Auch die Oberfläche ist entscheidend für ein ästhetisches Aussehen und eine günstige Heilung. Dabei haben sich mittlerweile vor allen Dingen Beschichtungen mit Calciumphosphat bewährt.

Vorteile der Zahnimplantate

Die Zahnimplantate bieten deutliche Vorteile gegenüber den klassischen Zahnprothesen. Egal, ob es um die Anwendungsmöglichkeiten oder die Sicherheit geht, zahllose Vorteile finden sich bei den Zahnimplantaten. Die meisten der heutigen Zahnimplantate sind dabei schon so perfektioniert worden, dass sie den echten Zähnen täuschend ähnelnd sehen. Auch finden sich keinerlei Druckstellen und ähnliches mehr.

Ebenfalls ist es bei den normalen Zahnprothesen nötig, die benachbarten Zähne als Halterung zu nutzen, wofür sie auch entsprechend abgeschliffen werden müssen. Hier entsteht ein irreparabler Verlust der Zahnsubstanz. Auch diesen Nachteil umgehen die Zahnimplantate, da sie mit eigenen Wurzeln, also einer eigenen Verankerung aus Titan versehen sind.

Zudem werden bei den herkömmlichen Prothesen keine direkten Verankerungen in den Knochen gesetzt, wodurch sich der Druck, der beim Kauen entsteht, nicht auf den Knochen auswirkt. Dadurch kann dieser nicht zum Stoffwechsel angeregt werden und es kommt über kurz oder lang zum Knochenabbau, sodass die Prothesen regelmäßig den sich ändernden Bedingungen angepasst werden müssen und eines Tages vielleicht auch gar keinen Halt mehr haben. Dies wird durch die feste Verankerung mit den Titanwurzeln ebenfalls vermieden. Dadurch wird der Druck beim Kauen auf den Knochen ausgeübt und man muss sich nicht vor Knochenabbau fürchten.

Außerdem lassen sich durch Zahnimplantate der häufig bekannte Würgereiz, Sprechstörungen oder allergische Reaktionen weitgehend vermeiden. Auch die bekannten Schmutznischen und Zwischenräume, die bei Kronen oder Brücken entstehen bei Zahnimplantaten nicht. Damit wird auch die Mund- bzw. Zahnhygiene deutlich erleichtert, sodass sie sich kaum noch von der Pflege echter Zähne unterscheidet.

Auch die Dauer, über die man Zahnimplantate tragen kann, ist nahezu unbegrenzt. Vorausgesetzt natürlich, man pflegt diese auch entsprechend. So können Zahnimplantate auch noch im hohen Alter eingesetzt werden und hier noch mal zu einem völlig neuen Gefühl führen.

Voraussetzungen für Zahnimplantate

Um Zahnimplantate einsetzen zu können, müssen die Patienten einige Grundvoraussetzungen mitbringen. Dazu gehört an erster Stelle ein abgeschlossenes Kieferwachstum. Dieses liegt bei Mädchen in der Regel ab 18 Jahren, bei Jungen ab 20 Jahren vor. Nach oben sind jedoch keine Grenzen gesetzt.

In einigen Fällen sollte das Einsetzen der Zahnimplantate auch nicht erfolgen oder darf nur unter genauer Prüfung durch den Arzt stattfinden. Diese liegen vor allen Dingen bei schweren Stoffwechsel-Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Auch Knochenerkrankungen, die unter Umständen gar den Kieferknochen beeinträchtigen können, stehen Zahnimplantaten entgegen, genauso wie psychische Erkrankungen oder die Abhängigkeit von Drogen. Fortgeschrittene Krebserkrankungen, eine laufende Chemo- oder Bestrahlungstherapie sind ebenfalls nicht geeignet, um dabei noch Zahnimplantate einzusetzen.

Deshalb wird der behandelnde Arzt auch immer eine Abfrage der gesamten Vorerkrankungen stellen, welche bereits im ersten Beratungsgespräch erfolgen sollte. Wird nicht nach diesen Krankheiten gefragt, so kann man davon ausgehen, dass der Arzt nicht über ausreichend Sachverstand verfügt, um die Zahnimplantate auch wirklich einzusetzen.

Weitere Voraussetzungen, die man erfüllen muss, damit die Zahnimplantate erfolgreich eingesetzt werden können, sind eine normale Wundheilung oder auch ein ausreichendes Knochenangebot. Sollte der vorhandene Kieferknochen hier nicht ausreichen, ist vor der Behandlung eine Augmentation, eine Knochen aufbauende Behandlung anzuraten.

Direkt vor dem Eingriff müssen zudem alle Zähne entfernt werden, die nicht mehr erhaltungswürdig sind. Auch sollten alle kariösen Zähne entfernt werden. Vorhandene Zahnfleischerkrankungen und Kiefergelenkprobleme müssen ebenfalls vorab behandelt werden und auch die professionelle Zahnreinigung ist durchaus empfehlenswert.

Die Implantation

Beim Einsetzen der Zahnimplantate reicht in der Regel die örtliche Betäubung völlig aus. Sie bietet zudem den Vorteil, dass der Patient aktiv bei der Behandlung mithelfen kann. Auch ist das medizinische Risiko deutlich geringer als bei einer Vollnarkose und die OP kann schneller und kostengünstiger erfolgen.

Nur wenn sehr viele Zahnimplantate eingesetzt werden sollen oder bei Angstpatienten kann man auch auf die Vollnarkose zurück greifen. Diese wird aber zunehmend häufiger auch von den privaten Krankenkassen nicht mehr bezahlt.

Zunächst wird in der Sitzung das Zahnfleisch aufgeschnitten oder mit einer Stanze geöffnet. Spezielle, wassergekühlte Bohrer bereiten dann den Knochen für die geplanten Zahnimplantate auf. Dabei wird direkt die Position und die Größe entsprechend bestimmt. Oftmals kommt hierbei eine Bohrschablone zum Einsatz, die bereits vorab hergestellt wurde. Das Bohren selbst sollte bei korrekter Betäubung schmerzfrei sein, die Vibration kann man allerdings deutlich spüren. Deshalb befinden sich mittlerweile auch Laser zur Knochenaufbereitung in der Erprobung.

Durch eine Röntgenkontrolle wird dann nochmals überprüft, ob die Position in Ordnung ist und die Zahnimplantate in korrekter Länge und mit sicherem Halt eingebracht werden. Diese Kontrolle wird dabei mit einem speziellen Metall Stift durchgeführt. In der Regel verfügen die Zahnimplantate dabei über ein Schraubgewinde, mit dessen Hilfe es möglich wird, einen festen Halt der Zahnimplantate durch Eindrehen in den Knochenkanal zu erzielen. Die zylinderförmigen Zahnimplantate hingegen werden durch Einklopfen fest verankert. Diese feste Verankerung und der sichere Halt sind dabei unumgänglich für eine schnelle Abheilung.

Bei der geschlossenen Methode wird die Implantatstelle nach dem Einsetzen der Zahnimplantate fest vernäht, wodurch eine Einheilung der Zahnimplantate schnell erreicht werden soll. Bei der offenen Methode hingegen wird ein kleiner Pfosten zur Zahnfleischformung aufgesetzt.

Je nachdem, wie viele Zahnimplantate eingesetzt werden sollen und wie aufwändig deren Einbringung ist, kann die OP zwischen 20 Minuten und mehreren Stunden andauern.

 

Kosten der Zahnimplantate

Auch zu den Kosten für Zahnimplantate sind dabei kaum einheitliche Angaben zu machen. Hier kommt es vor allen Dingen darauf an, welche Materialien eingesetzt werden. Auch ist es entscheidend, wie kompliziert die OP voraussichtlich sein wird und wie lange diese dauern wird. Für einen einzelnen Zahn muss man jedoch zwischen etwa 1.600 und 2.400 Euro einrechnen. Hier sollte man sich jedoch individuelle Angebote mehrere Zahnärzte einholen. Die gesetzlichen Kassen tragen einen Festzuschuss, der aber oftmals nur einen geringen Teil des Gesamtbetrages ausmacht. Der Zuschuss für Zahnimplantate kann durch ein sorgfältig geführtes Bonusheft allerdings noch erhöht werden. Bei Privatpatienten kommt es hingegen auf den jeweils gewählten Tarif an, welche Kosten und in welcher Höhe diese übernommen werden.

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