Zahnkronen

Die menschlichen Zähne sind ein wichtiges Werkzeug, welches zur Nahrungszerkleinerung dient. Einst konnte ein beschädigter Zahn das Todesurteil für einen Menschen bedeutet, da er aufgrund mangelnder Behandlungsmöglichkeiten, Schmerzen und oft fortschreitender Infektionen nicht mehr in der Lage war, Nahrung zu kauen.

Aufbau des Zahns

Ein Zahn ist ein lebendes Gebilde, das gründlich gepflegt werden möchte. Der Zahn an sich besteht aus der natürlichen Zahnkrone, dem Zahnhals und der Zahnwurzel und ist in mehreren Schichten aufgebaut. Bei einem gesunden Gebiss kann man nur den so genannten Zahnschmelz sehen. Er umschließt und schützt das Zahnbein und das darin liegend Zahnmark. Der Zahnschmelz muss aufgrund seiner Aufgabe, das Innere des Zahns vor äußeren Einflüssen zu schützen auf der einen Seite so hart wie nur möglich sein, auf der anderen Seite ist er aber für wasserlösliche Stoffe wie Calcium, Phosphat oder Fluorid geringfügig durchlässig. Um die chemischen Prozesse zu unterstützen, die den Zahnschmelz härten, werden in vielen Fällen Zusätze in Zahnpasten verwendet.

Ist der Zahnschmelz beschädigt oder zu weich, kann es zur Beschädigung des Zahnes kommen. Und wer kennt nicht die gefürchtete Karies, das Loch im Zahn, welches äußerst schmerzhaft ist. Schon seit vielen Jahrtausenden behandelt der Mensch Zahnerkrankungen. Neben der Reinigung und Füllung von kariösen Zähnen gehören auch verschiedene äußerliche Maßnahmen zur Behandlung und Erhaltung von Zähnen dazu.

Zahnkronen

Etwa nur 1 % der Bevölkerung in Deutschland hat ein völlig gesundes Gebiss. Die restlichen 99 % sind von Karies in unterschiedlichen Stadien oder anderen Zahnerkrankungen geplagt. Dringt die Zahnfäule, also die Karies bis in die tiefen Regionen des Zahnes vor, kann dies zur nachhaltigen Schädigung des Zahnes führen. Nicht selten wird dadurch die Zahnkrone so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass eine Reparatur mittels einer Füllung nicht mehr möglich ist. Hätte die moderne Zahnmedizin nicht eine entsprechende Lösung gefunden, würde dies unweigerlich zum Verlust des Zahnes führen. Doch das kann mit relativ einfachen Mitteln verhindert werden. Da die natürliche Zahnkrone beschädigt ist, bedarf es einer künstlichen Zahnkrone, die den sichtbaren Teil des Zahnes komplett abdeckt und somit vor äußeren Einflüssen schützt. Die künstliche Zahnkrone wird naturgetreu nachgebildet und wie eine Schutzkappe über den beschädigten Zahn gestülpt.

Wann sollte überkront werden?

Nach dem heutigen zahnmedizinischen Standard ist diese Frage im Vergleich zu vor zwanzig Jahren nicht mehr so einfach zu beantworten. Es wurde immer dann überkront, wenn etwa die Hälfte der Zahnkrone zerstört war bzw. wenn wichtige Teile wie zum Beispiel die Höcker fehlten. In den letzten 20 Jahren wurden neue Behandlungsmethoden und Füllungsmaterialien entwickelt. So verwischen sich die Grenzen immer mehr.

Aber auch mit den neuen Methoden und Füllungen gibt es immer noch bestimmte Richtlinien, nach denen sich ein Zahnarzt bei seiner Behandlung richten wird.

Wurde die Zahnkrone durch Karies soweit beschädigt, dass statische Gründe wie zum Beispiel häufiger Füllungsverlust eine Füllung sinnlos werden lassen, ist eine Überkronung angeraten. Übrigens ist diese Indikation die häufigste Ursache für die Anbringung einer Zahnkrone.

Durch einen gezogenen oder ausgefallenen Zahn ist eine Lücke entstanden, muss diese Lücke mit einer Brücke ausgefüllt werden. Alternativ hierzu kann ein Implantat eingesetzt werden.

Wurde ein Zahn einer so genannten Wurzelbehandlung unterzogen, wurde der Nerv des Zahnes abgetötet. Auch wenn die äußere Hülle des Zahnes stehen bleibt, ist der behandelte Zahn nicht mehr so elastisch wie ein lebender Zahn. Es besteht die Gefahr eines Bruches der Zahnkrone, der im ungünstigsten Falle bis in die Zahnwurzel reicht. Aus diesem Grund wird der Zahn von einer Krone umfasst.

Das Knirschen mit den Zähnen, starken Zahnverlust durch säurehaltige Getränke oder Ess-Brech-Sucht können weitere Gründe sein, um einen Zahn mit einer künstlichen Krone zu versehen.

Verschiedene Arten von Zahnkronen

Es gibt viele verschiedene Arten von Zahnkronen, auch die Materialien, die bei der Herstellung verwendet werden, variieren sehr stark.

Vollgusskrone

Die Vollgusskrone ist die gebräuchlichste Krone im nicht sichtbaren Bereich, das heißt im Backenzahnbereich. Sie besteht meist aus einer Edelmetalllegierung, bei Bedarf werden sie auch edelmetallfrei oder goldreduziert angefertigt. Diese Kronen zeichnen sich durch eine sehr lange Haltbarkeit aus. Neben der Wiederherstellung eines zerstörten Zahnes findet die Gold- oder Metallkrone auch bei Teilprothesen oder als Schutz- bzw. Haltekrone bei einer Klammer Anwendung.

Verblendkrone

Durch ihr äußeres Erscheinungsbild mit der metallischen Oberfläche weißt die Vollgusskrone einige kosmetische Unzulänglichkeiten auf. Längst entspricht ein goldfunkelndes Gebiss nicht mehr dem Schönheitsideal. Aus diesem Grund werden die entsprechenden Kronen teilweise oder auch ganz mit einem zahnfarbenen Material überzogen, sie werden „verblendet“. Daher spricht man auch von so genannten Verblendkronen. Das Material, das dafür zum Einsatz kommt, kann aus Kunststoff sein oder es besteht aus einer keramischen Masse.

Kunststoffverblendkrone

Bei dieser Krone wird nur der Teil der Krone mit einem synthetischen Material bedeckt, der nach außen hin sichtbar ist. Das Material wird der Farbe der anderen Zähne angepasst. Man spricht hier von einer vestibulären Verblendung. Die Vorteile bei dieser Krone liegen darin, dass beschädigte Stellen problemlos im Mund des Patienten repariert werden können. Im Vergleich zur Verwendung von keramischen Massen ist die Herstellung einer Kunststoffverblendkrone preisgünstiger. Nachteilig hingegen wirkt sich die Abnutzung (Abrasion) der Kaufläche bzw. der Seitenfläche aus. Durch ihre Oberflächenbeschaffenheit gelten Kunststoffe als „bakterien-freundlichen“, Plaque kann sich leicht anlagern.

Keramikverblendkrone

Im Gegensatz zu der Kunststoffverblendkrone wird die keramische Verblendkrone in der Regel sowohl an der Außenseite als auch auf den Kauflächen verblendet. Durch ein Metallgerüst erhält die Keramikverblendkrone eine gute Stabilität. Auch die hohe Lebenserwartung von 15 Jahren und mehr spricht für diese Kronenart. Für den sichtbaren Bereich ist diese Krone heute Standard.

Vollkeramikkrone

Die Krone aus Vollkeramik ist bei richtiger Fertigung kaum vom echten Zahn zu unterscheiden. In einem aufwändigen Herstellungsverfahren werden keramische Massen an die natürlichen Zähne angepasst. Um einer Farbverfälschung aus der Tiefe vorzubeugen, werden ebenfalls farblich angepasste Zemente oder Kunststoffe verwendet. Auch wenn die exzellenten kosmetischen Ergebnisse für sich sprechen, bedeutet die Anpassung einer solchen Krone auch den Verlust von gesunder Zahnsubstanz.

Teilkronen

Ist die Beschädigung eines Zahnes nicht so weit fortgeschritten, können auch so genannte Teil-Kronen eingesetzt werden. Allerdings sind die Übergänge Inlay-Onlay-Overay-Teilkrone fließend. Dies ist hauptsächlich für die Kostenübernahme der Krankenkasse sehr wichtig, da für Kronen ein Festzuschuss gezahlt wird, wo hingegen alle Inlay-Arten als private Leistung selbst übernommen werden müssen.

Veneer-Verblendschalen

Veneers nehmen unter den Kronen eine Sonderstellung ein. Ähnlich wie eine Teilkrone überziehen sie nur einen Teil des geschädigten Zahns. Im Gegensatz zu einer Teil- oder Vollkrone dienen Veneers in erster Linie kosmetischen Zwecken. Es erfolgt eine sehr feine Präparierung des Zahns im sichtbaren Bereich, zum Beispiel an den Schneidezähnen. Auf diese Weise bleibt möglichst viel von der gesunden Zahnsubstanz erhalten.

Die Anfertigung von Veneers ist sehr aufwendig und muss sowohl in einem zahntechnischen Labor als auch beim Zahnarzt selbst erfolgen. In seltenen Fällen wird sie als Chairside in nur einer Sitzung am Patienten erfolgen. Meist nimmt der Zahnarzt einen Abdruck und lässt die Veneers in einem zahntechnischen Labor herstellen. In einer zweiten Sitzung werden die Verblendschalen dann mit einem speziellen Kleber an den Zähnen befestigt. Durch die Klebetechnik können die Verblendschalen nur sehr eingeschränkt eingesetzt werden. So können Backenzähne oder scharf verzahnte Schneidezähne nicht mit Veneers versehen werden. Knirscht der Patient mit den Zähnen oder presst er sie immer stark zusammen, kommen Veneers ebenfalls nicht in Frage, da der klebende Verbund für solche Fälle nicht stabil genug ist.

Kosten für den Zahnersatz

Ähnlich wie bei einem Modellkleid ist die Anfertigung von einem Zahnersatz eine Maßanfertigung. Die Kosten, die für solch einen Zahnersatz entstehen, sind teilweise sehr unterschiedlich. Das hängt mit den unterschiedlichen Honoraren der Zahnärzte und der Kosten, die für die labortechnischen Arbeiten entstehen, ab. Auch die Höhe des Bonus spielt eine tragende Rolle für den Festzuschuss.

 

Für eine Vollgusskrone aus goldhaltiger Legierung muss so zum Beispiel mit einem Eigenanteil zwischen 260 EUR und 300 EUR gerechnet werden.

Aber ganz gleich, welcher Zahnersatz benötigt wird, der Zahnarzt wird immer einen Heil- und Kostenplan (HKP) aufstellen und die Krankenkasse muss die Behandlung genehmigen.

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