Bilder vor und nach einem Facelift

Facelift: Gesicht vorher / nachher (computergeneriert)

Die Haut ist unser größtes Sinnesorgan, bedeckt sie doch den gesamten Körper. Erfahrungsgemäß verliert die Haut aber mit zunehmendem Alter an Straffheit, es entstehen also Falten. Doch sind diese in vielen Fällen auch nicht mehr nur über die Alterung an sich begründet, sondern auch durch falsche Lebensgewohnheiten, wie etwa das übermäßige Sonnenbaden, der zu häufige Besuch von Solarium und Co. oder auch dem Genuss von Tabak und Alkohol. All dies kann zur vermehrten Faltenbildung führen, sodass man hier im Gesicht schnell deutlich älter aussieht, als man eigentlich ist. In diesen Fällen lassen sich viele Menschen, speziell die Damen, von einem Facelift – einer Verjüngung des Gesichtes – überzeugen.

 

Facelifting ist eine OP

Das Facelifting stellt dabei eine Operation im Gesichtsbereich dar, bei der man davon ausgehen muss, dass auch einige Risiken und Komplikationen auftreten können. Grundsätzlich unterscheidet man hierbei zwischen zwei verschiedenen Methoden – dem oberen Facelifting und dem unteren Facelifting.

Oberes Facelifting

Beim oberen Facelifting geht es vor allen Dingen um die Straffung der Haut im Bereich der Stirn, der Augenbrauen oder der Schläfen. Dabei gibt es wiederum verschiedene Möglichkeiten, bei denen Fettgewebe zur Auffüllung verwendet werden kann. Auch der Einsatz von Lasertechnik ist möglich, ebenso wie eine komplette OP. Bei sehr markanten Falten, wie sie meist im Schläfenbereich auftauchen, also die typischen Krähenfüße, wird zusätzlich häufig Botulinumtoxin, ein muskelhemmender Stoff gespritzt.

Was kann mit dem oberen Facelifting behandelt werden?

Bei dieser Art des Facelifting werden entweder die Stirnfalten korrigiert, die Augenbrauen angehoben oder die Schläfen korrigiert. Natürlich kann auch alles gesamt behandelt werden. Bei den Operationsverfahren zum oberen Facelifting unterscheidet man nochmals zwischen der offenen und der geschlossenen OP. An erster Stelle, vor der eigentlichen OP steht dabei die gründliche Reinigung des gesamten Gesichts. Hierbei wird häufig mit Desinfektionsmittel gearbeitet, sodass nahezu keine Keime mehr vorhanden sind. Zusätzlich kann auch der Bereich, in dem operiert wird, nochmals rasiert werden. Üblicherweise erfolgt die Operation dabei unter örtlicher Betäubung und Gabe eines Beruhigungsmittels.

Offene OP

Entscheidet man sich für die offene Operationsmethode, so wird die Kopfhaut eingeschnitten. Dabei ist der Schnitt bogenförmig von einem Ohr zum anderen oder auch entlang des Haaransatzes möglich. Letztere Variante wird meist bei einer hohen Stirn angewendet. Dabei verwendet der Arzt meist einen gezackten Schnitt, um so die Narbe später unauffälliger aussehen zu lassen. Danach wird die Haut abgezogen und man kann die Stirn und die Augenbrauen sehr gut straffen.

Der Vorteil besteht darin, dass die Nerven für die Kopfhaut nicht beschädigt werden und somit auch kein Taubheitsgefühl entsteht. Dieses kann jedoch die Folge sein, wenn man zusätzlich die unter der Haut befindlichen Weichteile wie die Muskeln und Knochenhaut anhebt. Dabei werden die Nerven unweigerlich durchtrennt, wodurch es zu einem Taubheitsgefühl im Bereich der Kopfhaut kommt.

Je nach Patient kann dieses von vorübergehender Natur, oder aber auch von Dauer sein. Der Vorteil bei dieser Variante liegt jedoch darin, dass die Muskulatur geschwächt oder die Muskeln auch ganz entfernt werden können. Dadurch wiederum können auch die senkrechten Stirnfalten und die waagerechten Falten gemindert werden. Die Haut selbst wird dabei an der Stirn verschoben, die Augenbrauen werden nach oben gezogen und die zu viel vorhandene Haut wird abgenommen.

Geschlossene (endoskopische) OP

Bei der geschlossenen oder endoskopischen Operation hingegen sieht der Arzt das Behandlungsgebiet nur über ein Endoskop. Feine Einschnitte an der behaarten Kopfhaut werden dafür nötig. Diese sind aber auch im Bereich der Schläfen möglich. Haut, Muskeln und Knochenhaut werden dann angehoben, wobei die Nervenstränge zwar sichtbar, aber nicht beschädigt werden. Sollen größere Stirnfalten geglättet werden, ist es zudem sinnvoll, die Muskeln im Stirnbereich zu schwächen. Die Haut und auch das weiche Gewebe wird dann nach hinten gezogen und wieder befestigt, was mit Vernähung oder auch durch Schrauben möglich wird.

In einigen wenigen Fällen kann es aber auch bei der endoskopischen OP dazu kommen, dass Komplikationen etwa durch zu starken Blutaustritt entstehen. Dann muss die OP im offenen Verfahren weiter geführt werden.

Verband und Befestigung

Egal, für welche Art des Facelifting man sich entschieden hat, die Einschnitte werden nach beiden Operationen vernäht. In einigen Fällen tendieren die Ärzte auch dazu, diese zu klammern oder einen speziellen Klebstoff für weiches Gewebe einzusetzen. Der Kopf selbst muss dann an der operierten Stelle verbunden werden und nach etwa zwei Wochen kann man die Fäden ziehen lassen.

Unteres Facelifting

Das untere Facelift bezieht sich dagegen eher auf die Straffung des mittleren und unteren Gesichtsbereiches bzw. des Halses. Auch hier kann man zwischen verschiedenen Methoden wie dem Auffüllen mit Fettgewebe o. ä. wählen.

Midface Lift

Beim Midface-Lift befindet sich das faltige Gewebe an den Wangen und rund um das Jochbein. Die Schnittführung erfolgt hier meist an der Schläfe, von wo aus das Gewebe auch angehoben wird. Weiterhin kann auch ein Schnitt an der Lidkante oder im Mundraum nötigt werden. Dabei werden Haut, Knochenhaut, Muskeln und Gewebe angehoben und nach oben in Richtung Stirn verschoben. Danach wird das Gewebe am Knochen oder an der Muskelhülle befestigt. Diese Art der OP wird meist geschlossen, also endoskopisch durchgeführt, wodurch Narben größtenteils vermieden werden.

Face-Neck-Lift

Beim Face-Neck-Lift hingegen wird die offene OP vorgezogen. Hier befindet sich das betroffene Gewebe im Gesichts- und Halsbereich. Auch werden hier längere Schnitte nötig, die von der Haargrenze an der Stirn oder Schläfe bis zum Haaransatz am Nacken reichen.

OP-Methoden unteres Facelifting

Cutanes Lift

Zur Straffung selbst gibt es auch beim unteren Facelift verschiedene Methoden. Die Cutanes Lift Methode hebt die Haut ab und strafft die äußere Haut. Sollte Haut überflüssig sein, so wird diese entfernt.

SMAS-Lift

Beim SMAS-Lift oder dem Extended SMAS-Lift hingegen werden tiefere Gewebsschichten und außen liegende Muskeln gesondert voneinander straff gezogen. Diese Variante bietet den klaren Vorteil eines weniger maskenartigen Aussehens, da der Zug von tieferen Weichgeweben, nicht aber von den äußeren Hautschichten getragen wird.

 

Tiefes Lifting

Beim Tiefen Lifting oder auch Deep-Plane Face-Lift bzw. Composite Lift wird das Bindegewebe komplett abgehoben und straff gezogen.

Zusätzliche Straffung der Halsmuskulatur

Die zusätzliche Straffung der Halsmuskulatur wird nötig, wenn der Hals zusätzlich gestrafft werden muss. Dabei wird ein Schnitt unter dem Kinn erforderlich. Der Halsmuskel (Platysma) wird gestrafft. Dies geschieht durch dessen Durchtrennung. Danach wird der Überschuss entfernt und alles wieder zusammen genäht. Durch diese Variante ergibt sich eine innere Schienung des Halsgewebes. Unter Umständen kann man dabei auch Fettgewebe entfernen oder absaugen.

Verband und Befestigung

Lässt man nur ein reines Midface-Lift durchführen, so muss der Kopf meist gar nicht verbunden werden. Andernfalls umgibt der Verband meist den gesamten Kopf und Hals. Für einige Tage sind dann auch Drainagen erforderlich, die dafür sorgen, dass die entstehende Flüssigkeit abgesaugt werden kann. Fäden und Klammern kann man dann je nach Art der OP nach einigen Tagen oder Wochen vom Arzt stückweise entfernen lassen.

Komplikationen und Nebenwirkungen

Typische Komplikationen sind meist Schmerzen, Blutergüsse und Schwellungen, die aber meist nach wenigen Tagen von alleine zurück gehen. Auch ein Taubheitsgefühl ist möglich, welches sowohl nachlassen als auch von Dauer sein kann. Einige Infekte, die durch das Facelift entstehen, müssen aber auch mittels Medikamenten behandelt werden.

Vor dem Facelift

Vor der OP sollte man das Rauchen in jedem Fall einstellen, um die Wundheilung nicht zu verlangsamen. Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung sollten ebenfalls abgesetzt werden. Diese Vorsichtsmaßnahmen erfährt man aber alle in einem persönlichen und ausführlichen Beratungsgespräch mit dem jeweiligen Arzt.

Nach der Operation

Direkt nach dem Eingriff, der häufig auch ambulant durchgeführt wird, sollte man sich zudem von Bekannten oder Verwandten abholen lassen. Das Autofahren und Bedienen von Maschinen ist nicht ratsam aufgrund der Betäubung. Innerhalb der ersten Monate nach der Behandlung sollte ebenfalls auf allzu intensive Sonneneinstrahlung verzichtet werden, damit die Narben nicht negativ beeinflusst werden.

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