Frau nach einer Brustrekonstruktion

Nach einer Brustrekonstruktion

Gut ein Viertel aller Krebserkrankungen bei Frauen stellt Brustkrebs dar. Damit ist dieser bösartige Tumor einer der am weitesten verbreitetsten. Oftmals ist die einzige Chance für die erfolgreiche Behandlung von Brustkrebs die Amputation einer Brust. Trotz fortschrittlicher medizinischer Entwicklungen kann diese Amputation nicht immer vermieden werden. Dadurch entsteht natürlich ein kosmetischer Fehler, der für viele Frauen nur schwer zu tragen ist. Häufig führt der Verlust zu enormen psychischen Belastungen, die dann nur noch mit einer so genannten Brustrekonstruktion wieder behoben werden können.

 

Ziele der Brustrekonstruktion

Bei der Busenrekonstruktion ist das Ziel natürlich, die verlorene Brust nach Möglichkeit vollständig und naturgetreu wiederherzustellen. Allerdings kann auch bei den aktuellen, modernen Operationstechniken keine 100%-ige Symmetrie zur noch vorhandenen Brust garantiert werden. In Anbetracht dessen, dass der Körper aber nie völlig symmetrisch ist, sollten kleine Unterschiede kein Problem darstellen.

Möglichkeiten der Busenrekonstruktion

Für die Rekonstruktion des Busens gibt es grundsätzlich dreierlei Möglichkeiten. So können entweder Implantate, die fast immer aus Silikon bestehen eingesetzt werden oder auch körpereigenes Gewebe kann zur Rekonstruktion des Busens dienen. Auch eine Mischung aus beiden Varianten ist dabei möglich. Die Brustwarze und der Warzenhof werden bei der Amputation ebenfalls entfernt. Ist die Brustwarze nicht erkrankt, so kann man diese wieder verwenden bei der Brustrekonstruktion. Andernfalls empfiehlt sich eine Gewebeentnahme.

Der Vorteil beim Einsatz von Silikonkissen zur Brustrekonstruktion liegt darin, dass der Körper diese meist besser verträgt. Wird Eigengewebe verwendet, so muss dieses noch zusätzlich mit den Blutgefäßen verbunden werden, um eine ausreichende Durchblutung des Busens zu sichern. Dabei kommt es aber häufig auch zum Abstoßen des Eigengewebes. Zusätzlich entstehen an den Entnahmestellen dieses Gewebes auch noch weitere Operationsnarben, die unter Umständen als störend empfunden werden können. Meist nutzt man hier Gewebe aus dem Rückenbereich, nur bei besonders großen Busen, die rekonstruiert werden müssen, wird auch Gewebe aus dem Bauchbereich entnommen.

Brustwarzen nur noch eingeschränkt empfindlich

Durch die Nachbildung der Brustwarze, die oftmals auch nicht vollständig naturgetreu nachgebildet werden kann, muss man damit rechnen, dass hier kaum noch Empfindungen nach der OP bestehen werden. Auch ist eine Stillfähigkeit nicht mehr gegeben.

Zeitpunkt der Busenrekonstruktion

Die Busenrekonstruktion wird fast immer in Vollnarkose durchgeführt, da sie eine vergleichsweise aufwändige OP darstellt. Nur in extrem seltenen Fällen reicht auch eine örtliche Betäubung aus. Die Rekonstruktion des Busens kann direkt in der OP zur Amputation vollzogen werden. Dies bedeutet natürlich eine geringere Belastung für den Körper, da man nur einmal in Narkose gelegt wird. Allerdings ist diese Variante nicht immer sinnvoll. Soll im Anschluss an die Amputation noch eine Chemo- oder Strahlentherapie stattfinden, eignet sich eine gesonderte Operation für die Busenrekonstruktion deutlich besser.

 

Vorgespräch mit dem Arzt

Bevor man sich jedoch für diesen Schritt der Rekonstruktion des Busens entscheidet, sollte man mit dem Arzt abklären, dass der Krebs auch wirklich besiegt wurde. Zudem ist ein ausführliches Beratungsgespräch von größter Bedeutung, durch das sich alle noch offenen Fragen und Details klären lassen. Dabei wird der Arzt auch Hilfestellung geben, welche Variante der Busenrekonstruktion am besten geeignet ist. Etwa die Verpflanzung von Eigengewebe oder doch das Silikonimplantat. Auch ein Gewebeexpander kann zum Einsatz kommen. Dieser wird nach und nach mit Kochsalzlösung befüllt, sodass die Brust selbst ausreichend Zeit hat, sich entsprechend auszudehnen. Ist dann die endgültige Größe erreicht, kann der Expander wieder entfernt und durch ein endgültiges Implantat ersetzt werden. In einigen Fällen kann der Expander sogar im Busen verbleiben.

Vor und nach der OP

Vor der Operation sollte man diverse Medikamente absetzen und sich auch sonst gesünder als sonst ernähren und verhalten, um möglich Risiken der OP zu minimieren. Nach der OP sollte man hingegen jegliche körperliche Anstrengung, insbesondere der Arme vermeiden, um die OP-Narben abheilen lassen zu können.

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