Meditation in Yoga Pose

Yoga ist eine mehr als 5000 Jahre alte Lehre vom Leben, die ihren Ursprung in Indien hat. Der Begriff hat seinen Ursprung im Sanskrit, der heiligen Sprache des Hindu und bezeichnet ins Deutsche Übertragen die Vereinigung von Körper, Seele und Geist des Praktizierenden. Indische Heilige setzten Beobachtungen aus der Natur in Zusammenhang mit Bewegung und Haltung, die Bewusstsein und Körper ins Gleichgewicht bringen und zu einer Einheit verschmelzen lassen sollen.

 

Erstmals verschriftlicht wurde Yoga vor etwa 2500 Jahren von dem indischen Gelehrten Patanjali. Sein Werk “Yoga Sutra” ist mit seinen 195 Lehrsätzen noch heute eines der meistgelesenen klassischen Texten zum Thema. Aus seinen Lehrsätzen entwickelten sich bis heute viele weitere Yoga-Formen und Abwandlungen, die sich einzelnen Aspekten der Lehre widmen. Am bekanntesten unter ihnen sind das Hatha Yoga, Kundalini Yoga und Raya Yoga.

Die acht Wege des Yoga

Yoga, wie es heute praktiziert wird, konzentriert sich vor allem auf zwei Hauptkomponente: Die Asanas, also die Haltungen und die Pranayamas, also die bewusste Atmung.

Das Zusammenspiel dieser beiden Bestandteile soll die Belastbarkeit der Muskeln, die Gelenkigkeit und die Beweglichkeit fördern, körperliche und seelische Verspannungen lösen und durch ein neues Körpergefühl Gelassenheit und Ruhe bringen.
Neben diesen beiden Bestandteilen kommen bei tieferer Auseinandersetzung mit der Lehre sechs weitere hinzu und bilden die acht Wege des Yoga aus:

  • Yama- Verhaltensweisen gegenüber anderen
  • Niyama- Verhaltensweisen sich selbst gegenüber
  • Pratyahara- Beherrschung seiner Sinne
  • Dhanara- Konzentration
  • Dhyana- Meditation
  • Samadhi- Erleuchtung

Diese acht Wege finden sich in den frühen Yoga-Sutren Patanjalis und benennen die verschiedenen Wege, die zu meistern sind, um Seele und Körper zu reinigen, sein Gleichgewicht zu finden und zuletzt Erleuchtung zu erfahren.

Für wen eignen sich die Übungen?

Viele der Übungen eignen sich für Menschen, die unter Kopf- oder Rückenschmerzen, Haltungsfehlern und Verspannung leiden. Sie stärken die Muskulatur und fördern die Durchblutung. Andere wirken stimulierend auf Verdauungstrakt oder Stoffwechsel und helfen bei Problemen. Mithilfe von verschiedenen Haltungen, bewusster Atmung und speziellen Bewegungsabläufen lassen sich Beweglichkeit, Energie und Kraft neu gewinnen und bewahren.

Yoga kann helfen, sich bewusst zu erden, wieder zu seiner Mitte zu finden und sich Stress und Alltagssorgen wieder gewachsen zu fühlen. Es kann vorbeugend, sowie unterstützend auf Körper und Geist wirken und im Sitzen, Liegen oder Stehen ausgeführt werden. Dabei findet sich für jeden eine Übung im angemessenen Schwierigkeitsgrad, von einfachen bis hin zu langfristig aufeinander aufbauenden Übungen.

Immer mehr Fitness-Studios oder private Einrichtungen bieten Anfängerkurse in Yoga an, deren Vorteil darin besteht, dass Haltungsfehler von Beginn an entdeckt und korrigiert werden können. Wer anhand von Lehrbüchern zuhause an die Übungen gehen möchte, findet zumeist Hinweise darauf, wann bestimmte Stellungen vermieden werden sollten, welche Übungen sich für welche Beschwerden besonders eignen und ob sie sich für Anfänger eignen, oder längerfristig vorbereitet werden sollten, um Überdehnungen zu vermeiden.

Yoga zur Heilung und Stärkung des Immunsystems

Ein yogisches Sprichwort benennt unseren Körper als den irdischen Tempel der Seele und legt jedem Menschen einen verantwortungsvollen und sorgsamen Umgang mit ihm nahe. Während der Alltag dabei oft von Hektik, mangelnder Bewegung, Stress und ungesunder Ernährung bestimmt ist, sollen ihm bewusst Pausen eingeräumt und Aufmerksamkeit zugewendet werden. Durch Yoga soll das körpereigene Energiesystem, das Zusammenspiel von Atmung, Herzschlag und Gehirnfunktionen durch Atem- und Bewegungstechniken ganzheitlich angeregt und gestärkt werden. Hierbei soll neben der körperlichen Entspannung auch das Bewusstsein zur Ruhe kommen und geistige Blockaden gehen lassen. Negative Gefühle wie Angst oder Trauer sollen bewusst wahrgenommen und zugelassen werden, um in der Meditation zu lernen, mit ihnen umzugehen und an der Auseinandersetzung zu wachsen.

Praktizieren

Viele Ratgeber empfehlen die Ausübung der Asanas am frühen Morgen als eine Art Ritual zur Stärkung und Ausgeglichenheit für den folgenden Tag. Andere befinden den frühen Abend für ebenso geeignet zur Entspannung nach einem langen Arbeitstag zum Lösen von Verspannungen und Stressblockaden. Je nach Art der ausgeführten Übungen kann dabei ein neuer Energieschub oder eine tiefe Entspannung erlangt werden, die den Körper auf die Ruhestunden einstellt und bei Einschlafschwierigkeiten helfen kann.

Als Pensum empfehlen sich Einheiten von etwa 30 Minuten drei- bis viermal die Woche. Dabei kann sich einerseits die Muskulatur an den Ruhetagen erholen, andererseits wird durch die Regelmäßigkeit die Muskulatur beweglich gehalten und die Dehnbarkeit gesteigert.

Wichtig für das richtige Umfeld ist ein fester, gerader Untergrund, im Optimalfall eine dünne Yoga-Matte oder rutschfeste Decken oder Felle. Als Sportbekleidung bieten sich weite Kleider an.

 

Da jede Yoga-Sitzung erneut eine Reise in sich selbst ist, bieten sich zudem Rituale an, die zu Beginn und Ende der Übungen mit einer meditativen Position im Sitzen eingeleitet werden und von Musik und bewusstem Atmen begleitet werden können.

Besser verzichten bzw. das Ganze langsamer angehen sollte man bei extremer Erschöpfung, bei schwereren Krankheiten, bei stärkeren Menstruationsbeschwerden, da viele der Übungen die Blutung verstärken können und nach längeren Trainingspausen, um Überlastungen zu vermeiden. Bei schwereren Rücken- oder Nackenschmerzen, Entzündungen im Körper, hohem Blutdruck oder Schilddrüsenüberfunktion, nach OPs und in den letzten Schwangerschaftsmonaten sollte ganz auf die Trainingseinheiten verzichtet werden.

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