Schambereich einer jungen Frau

Vaginalverjüngung – nicht immer nur aus kosmetischen Gründen

Die Welt der Schönheits-OPs hat viele Gesichter, viele Eingriffe dienen rein der Ästhetik. Aber gerade im Intim-Bereich ist die Scheidenstraffung oftmals sogar ein medizinisch notwendiger Eingriff, da aufgrund einer Gebährmutterabsenkung Inkontinenzen auftreten können.

Was kann zu solch einer Gewebeerschlaffung führen? So wäre hier einmal die Geburt eines oder mehrerer Kinder zu nennen. Auch der natürliche Alterungsprozess des Körpers führt zu einem Nachlassen der Spannung in der Haut. Ebenso spielen hormonelle Umstellungen eine entsprechende Rolle. Durch die Scheidenstraffung oder Vaginalstraffung kann hierbei aber Abhilfe geschaffen werden. Die Folgen sind eine verminderte Stimulation während des Geschlechtsverkehrs, was sich wiederum auf die Partnerschaft auswirken kann. Zudem können Inkontinenzprobleme, die aufgrund der Erschlaffung des Gewebes aufgetreten sind, behoben werden.

Operationsmöglichkeiten

Um die Vagina wieder zu straffen und somit der Patientin nicht nur eine Steigerung des inneren Wohlbefindens durch eine ästhetische Scheide zu bieten, sondern auch um ein vielleicht bis dahin beeinträchtigtes Sexualleben wieder zu erfüllen, wird die Vagina mit einem behutsamen Eingriff gestrafft und wieder anschmiegsam. Es wird quasi eine Verjüngung vorgenommen. Es ist sogar möglich, die Größe der Vagina auf die Gegebenheiten des Partners abzustimmen.

Um das gewünschte Ergebnis zu erreichen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. So kann zum einen der Scheidenkanal mit körpereigenem Fettgewebe unterfüttert werden. Das Fettgewebe, das zu diesem Zweck benötigt wird, wird in aller Regel aus dem Po-, Oberschenkel– oder Bauchbereich abgesaugt. Anschließend erfolgt eine Aufarbeitung des entnommenen Gewebes. Im nächsten Schritt wird das aufgearbeitete Material in der Vagina rückinjiziert. Da von der Fettmenge nur etwa 70% dauerhaft erhalten bleiben, wird dies durch eine gezielte Überkorrektur ausgeglichen.

Eine weitere Möglichkeit der Vaginalstraffung ist die Gewebestraffung. Sie wird vor allem dann eingesetzt, wenn die Vagina besonders stark geweitet ist. Um eine Verengung zu erreichen, wird aus dem Scheidenkanal ein schmales Stück aus dem Gewebe entnommen. Auf diese Weise wird eine Straffung der Scheide erreicht. Im Gegensatz zu der Unterfütterung mit körpereigenem Fettgewebe entsteht hier eine offene Wunde. Diese wird nach der Gewebeentnahme mit Fäden verschlossen, die sich nach einer bestimmten Zeit selbst auflösen.

Während der Eigenfetttransfer meist ambulant mit örtlicher Betäubung oder einem Dämmerschlaf vorgenommen wird, erfolgt die Vaginalstraffung durch die Gewebeentnahme unter Vollnarkose. Hier ist ein Klinikaufenthalt von einer Nacht ratsam.
Auch wenn dieser Eingriff relativ risikoarm ist, sollte die Operation dennoch nur von einem Chirurgen vorgenommen werden, der entsprechende Erfahrung in diesem Bereich besitzt.

Die Vaginalplastik ist eine weitere operative Alternative, um eine Scheidenstraffung zu erzielen. Sie ist nicht nur eine Operationsmethode, die aus rein ästhetischen Zwecken eingesetzt wird. Sie dient auch einer operativen Therapie bei einer Belastungsinkontinez der Frau. Bei diesem Eingriff wird die Schwäche der Beckenbodenmuskulatur operativ beseitigt. Bevor es aber zu der Operation kommt, ist eine fachärztliche Voruntersuchung notwendig. Diese wird von Gynäkologen und bei Bedarf auch vom Urologen vorgenommen.

Der eigentliche Eingriff wird in die vordere und die hintere Vaginalplastik unterteilt. So wird bei der vorderen Vaginalplastik die abgesunkene Harnblase angehoben und mittels spezieller Stiche erneut befestigt. Anders bei der hinteren Vaginalplastik. Hier erfolgt eine Verengung durch das Einschnüren der Scheidenhaut im hinteren Bereich. Dies wird mit einer speziellen Stichtechnik durchgeführt. Mögliche Komplikationen wie Entzündungen, Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder auch Nachblutungen kann der Facharzt entsprechend behandeln.

Vor und nach der Operation

Vor der Operation im weiblichen Schambereich sollte ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem behandelnden Facharzt durchgeführt werden. Spätestens 24 Stunden vor dem Eingriff wird die Patientin dann über alle möglichen Risiken oder Komplikationen aufgeklärt. Am Operationstag wird die Patientin noch einmal gründlich untersucht. Bei dieser Gelegenheit können gleich noch bestehende Fragen geklärt werden. Es ist wichtig, sich nach dem Eingriff, auch wenn er ambulant durchgeführt werden soll, gründlich auszuruhen. Daher ist es ratsam, sich eine entsprechende Übernachtungsmöglichkeit zu buchen, sollte eine weitere Anreise nötig sein.

Um zu verhindern, dass der Darm bei dem Eingriff voll ist, sollte die Patientin für einen Zeitraum von 24 Stunden vor der OP auf feste Nahrung verzichten und nur flüssige Speisen zu sich nehmen. Außerdem gilt wie bei allen anderen operativen Eingriffen auch, dass etwa 14 Tage vorher alle Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen können, abgesetzt werden müssen.

Der Schambereich muss vor dem Eingriff gründlich rasiert werden.
Nach der Operation erfolgt bereits am Tag nach dem Eingriff die erste Wundkontrolle. In der Regel kann davon ausgegangen werden, dass Schmerzen nur sehr selten auftreten. Häufiger dagegen kommt ein Druckgefühl in den ersten Tagen vor, welches dann aber von selbst wieder verschwindet und somit keinen Grund zur Beunruhigung darstellt.
Schon nach dem zweiten Tag darf die Patientin wieder duschen. Dennoch sollte für die nächsten fünf Tage auf Seife oder Duschgel oder ähnliches noch verzichtet werden. Ab dem dritten Tag können Sitzbäder mit Kamille durchgeführt werden. Um Wundinfektionen vorzubeugen, ist ein Antibiotikum ratsam. Auch eine Medikation gegen auftretende Schwellungen oder Schmerzen ist möglich und wird vom behandelnden Arzt verordnet.

In den ersten sechs Wochen nach dem Eingriff sollte neben verschiedenen sportlichen Aktivitäten, z. B. Reiten, Joggen, Radfahren oder ähnliches, die zu Reibungen im Genitalbereich führen, verzichtet werden. Die Patientin sollte ebenfalls für einen Zeitraum von sechs Wochen auf Geschlechtsverkehr verzichten. Sollte während dieser Zeit die Regelblutung auftreten, ist vom Gebrauch eines Tampons abzusehen. Für regelmäßige Saunagänger ist für zwei Monate von einem Saunabesuch abzuraten.

Auch wenn ein Erfolg der Behandlung nicht garantiert werden kann, so ist doch in den meisten Fällen eine deutlich gesteigerte Stimulationsfähigkeit sogar bei beiden Partnern nach einer Vaginalverjüngung zu beobachten.

Kosten für die Behandlung

Je nach Art und Umfang der durchgeführten Behandlung belaufen sich die Kosten für eine Vaginalverjüngung auf 2.000 EUR bis 4.000 EUR.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren