Straffe Oberschenkel einer jungen Frau

Reiterhosen – eine der Hauptproblemzonen der Frauen

Viele Frauen leiden unter einer Fetteinlagerung an den Oberschenkeln, die als so genannte Reiterhosen bezeichnet werden. Die Bezeichnung Reiterhosen geht auf die Form älterer Reithosen zurück, die an den Waden eng anlagen, an den Oberschenkeln aber großzügig geschnitten waren und somit eine unvorteilhafte Wirkung auf die Hüftgegend hatte. Die Zahl der Menschen, es sind vorwiegend Frauen davon betroffen, da sie eine andere Bindegewebsstruktur als Männer haben, nimmt zu.

 

Ursachen für Reiterhosen

Warum es zu Reiterhosen oder auch zur gefürchteten Cellulite, also zur Orangenhaut kommt, kann verschiedene Ursachen haben. Einer der Gründe, die zur Entstehung der Reiterhosen führen kann, ist die erbliche Veranlagung. Die Gene werden von der Mutter oder sogar von der Großmutter an die Tochter weitergegeben.

Eine Schwangerschaft ist eine großartige Leistung des Körpers. Innerhalb von 9 Monaten wächst und reift neues Leben heran. Da der Körper während dieser Zeit entsprechende Reserven benötigt, um eine ausreichende Versorgung von Mutter und Kind zu gewährleisten, lagert er so genanntes Stillfett ein.

Wir leben in Zeiten, in denen die Zahl der übergewichtigen Menschen immer mehr zunimmt. Aufgrund falscher und zu reichlicher Ernährung erhält der Körper mehr Brennstoff, als er für die Energiegewinnung benötigt. Was nicht sofort verbrannt werden kann, wird in Form von Fettzellen eingelagert. Es kommt zu Übergewicht und auch zur Bildung von Reiterhosen.

Das so genannte Lipödem ist eine Fettverteilungsstörung, die besonders an den Ober- und Unterschenkeln auftritt. Auch wenn die eigentliche Ursache des Lipödems immer noch unklar ist, ist eine familiäre Belastung doch ausschlaggebend. Im Gegensatz zum normalen Übergewicht sind die Fettpolster, die bei dem Lipödem auftreten, keine Reservepolster. Die symmetrisch auftretenden Fettpolster sammeln sich vorzugsweise im Bereich der Oberschenkel und bilden auch in diesem Fall sehr ausgeprägte Reiterhosen. Doch nicht nur die Fettpolster sind ein Merkmal des Lipödems, auch ein dumpfer Schwellungsschmerz, Berührungs- und Druckschmerzhaftigkeit und Kälteempfindlichkeit gehören zum Lipödem mit dazu. Diese Krankheit betrifft in erster Linie Frauen.

Unser Hormonhaushalt ist ein komplexes Gebilde. Gerät er ins Ungleichgewicht, kann das für den menschlichen Körper viele verschiedene, meist negative Auswirkungen haben. Durch eine Fehlfunktion der Schilddrüse zum Beispiel kann es im Körper ebenfalls zu vermehrter Fettansammlung kommen.

Wie wird man die Reiterhosen wieder los?

Um diese so genannten Problemzonen zu behandeln, gibt es mehrere Möglichkeiten. Die Kosmetikindustrie bietet eine große Palette an Produkten an, die zur Hautstraffung dienen. Des Weiteren gehören auch verschiedene Massagebürsten und Roller dazu, die die Durchblutung der Haut anregen sollen und auf diese Weise eine Hautstraffung herbeiführen sollen.

Um den Abbau der Fettpölsterchen zu unterstützen, ist es ratsam viel zu trinken. So sollten täglich etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit aufgenommen werden. Am besten eignen sich hierzu Wasser mit wenig oder gar keiner Kohlensäure, frisch gepresste und verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte.

Sport stärkt nicht nur den Kreislauf. Aerobe Sportarten wie Joggen, walken oder Rad fahren regen den Stoffwechsel an und durch die vermehrte Sauerstoffaufnahme wird die Fettverbrennung gefördert. Im Idealfall treibt die Betroffene zwischen 3 und 5 Mal in der Woche Sport. Dabei ist eine ausreichende Sauerstoffzufuhr wichtig.

Zu viel Essen und falsche Ernährung spielen eine große Rolle bei der Entstehung von Reiterhosen. Daher ist es wichtig, den Ernährungsplan umzustellen und auf verschiedene Dinge wie Fastfood, weißes Mehl, Zucker, tierisches Eiweiß und Alkohol zu verzichten. Diese Lebensmittel führen zu einer Übersäuerung des Gewebes, die Durchblutung wird somit behindert. Auch Kochsalz sollte nur in geringen Mengen verwendet werden.

Rosmarin- oder Birkenöl wirkt durchblutungsfördernd. Um diese Wirkung zu verstärken, ist eine sanfte Massage, bei der das Öl auf die Haut aufgebracht wird, die richtige Wahl. Die Massage wirkt nicht nur entspannend sondern zugleich auch anregend.

Bereits im 19. Jahrhundert entdeckte Sebastian Kneipp die besondere Wirkung von Wechselbädern. Sie stärken den Organismus und regen den Kreislauf an. Doch auch auf unser größtes Organ, die Haut, haben die Wechselbäder einen positiven Einfluss. Durch den schnellen Wechsel von heiß und kalt wird die Haut vermehrt durchblutet, was zu einer natürlichen Hautstraffung führt. Auch so genannte Ausleitungsbäder helfen dem Körper, die ungewollten Fettpolster loszuwerden. Zu diesem Zweck werden dem Badewasser einige Esslöffel Meersalz zugefügt.

Neben diesen Methoden gibt es gezielte Bewegungsprogramme, die die Fettansammlungen in den Problemzonen dahin schmelzen lassen sollen.

Wenn die Reiterhosen aber erblich bzw. krankheitsbedingt sind, helfen die besten Ernährungs- und Sportprogramme nichts. Dann gibt es nur noch eine Möglichkeit:

Fettabsaugung (Liposuktion)

Um das Fett unter der Haut abzusaugen, gibt es verschiedene Methoden. Je nachdem, wie die Haut der Patientin, in selteneren Fällen auch des Patienten beschaffen ist, kommen die unterschiedlichen Möglichkeiten zum Einsatz. Es sei hier noch darauf hingewiesen, dass eine Fettabsaugung in erster Linie ästhetischen Zwecken dient und nicht der Gewichtsreduktion.

 

Tumeszenz-Liposuktion

Die so genannte Tumeszenz-Liposuktion ist das am meisten verwendete Verfahren. Zu diesem Zweck wird dem Patienten etwa eine Stunde vor dem Eingriff eine spezielle Lösung an die Stellen eingespritzt, an der das Fett nachher abgesaugt werden soll. Die Flüssigkeit besteht aus einer Kochsalzlösung, die mit einem örtlichen Betäubungsmittel zum Beispiel Lidocain oder auch Prilocain versetzt ist. In bestimmten Fällen werden noch weitere Stoffe wie zum Beispiel Adrenalin in die Flüssigkeit gemischt. Auf diese Weise soll ein leichteres Herauslösen der Fettzellen möglich sein.

Je nach Behandlungsumfang werden nun etwa 4 Millimeter lange Schnitte gesetzt, durch die ein speziell geformtes Absaugrohr eingeführt wird. Auf diese Weise können bis zu 4 Litern Fett abgesaugt werden. Damit die Hautschnitte später nicht mehr zu sehen sind, werden sie an unauffälligen Stellen wie zum Beispiel der Gesäßfalte gesetzt. Auch wenn das überschüssige Fett abgesaugt wird, wird dennoch auf die verbleibende Fülle und Rundungen des Pos geachtet. Dieser darf durch den Eingriff nicht abgeflacht werden.

ultraschallbasierende Aspirations-Lipektomie

Eine weitere Technik ist die ultraschallgestützte Fettabsaugung oder auch ultraschallbasierende Aspirations-Lipektomie (UAL) genannt. Mit Hilfe eines speziellen Instrumentes wirkt Ultraschall auf das Fettgewebe ein und bringt die Fettzellen zum Platzen. Dadurch wird das Fett verflüssigt und kann im Anschluss einfach abgesaugt werden.

Die UAL-Methode eignet sich besonders für Fettzellen mit einem großen Bindegewebsanteil, wie sie zum Beispiel im Rücken vorkommen oder auch in der männlichen Brust. Auch wenn eine Fettabsaugung das zweite Mal vorgenommen werden soll, bietet sich die UAL-Methode an. Im Vergleich zu anderen Fettabsaugungs-Möglichkeiten ist die UAL aber zeitaufwändiger. Wie bei der Tumeszenz-Liposuktion können auch hier große Mengen, bis zu 4 Litern Fett entnommen werden.

Vibrationstechnik

Die schonendste Technik zur Fettabsaugung stellt die Vibrationstechnik dar. Von der Absaugkanüle gehen feine Vibrationen aus. Auf diese Weise werden die Fettzellen optimal vorgelöst und können so mit sehr dünnen Kanülen abgesaugt werden. Neben der weitgehenden Vermeidung der Narbenbildung regen die Vibrationen auch die Bildung von Eigenkollagen in der Haut an. Ein besonders glattes Hautbild ist die Folge.

Power-Assisted Liposuction (PAL)

Die Power-Assisted Liposuction (PAL) ist eine Technik, die immer häufiger angewandt wird.

Bei der klassischen Liposuktion werden über verschiedene Schnitte die feinen Absaugkanülen an den Stellen eingeführt, an denen Fett abgesaugt werden soll. Mit gleichmäßigen Bewegungen wird nun das Fett, pro Sitzung können zwischen 0,5 und 3 Litern Fett entfernt werden, abgesaugt.

Vorbereitung

Je besser die Vorbereitung, umso besser ist im Anschluss das Ergebnis des Eingriffs. Durch gezielte Bewegungsprogramme und entsprechende Ernährung sollten überschüssige Pfunde reduziert werden. Je näher der Patient seinem Idealgewicht kommt, umso besser ist das Behandlungsergebnis im Nachhinein.

Die Haut ist das größte Organ, das der Mensch besitzt. Um sie zu schützen, sollte sie besonders intensiv gepflegt werden. Um die Durchblutung anzuregen, sind Wechselduschen die richtige Wahl. Der Konsum von Alkohol, Tabak, Schlafmittel und die Einnahme von blutverdünnenden Mitteln sollte schon 14 Tage vor dem Eingriff eingestellt werden.

 

Vor der OP

Der behandelnde Arzt misst die Hautregionen aus, die betroffen sind. Muss bei dem Eingriff auch überschüssige Haut entfernt werden, wird diese markiert. Im Regelfall wird nach diesen beiden Vorgängen die Narkose eingeleitet und die Haut mehrfach desinfiziert. Wirkt die Betäubung, kann mit der eigentlichen Behandlung nach den unterschiedlichen Verfahren begonnen werden.

Nach der Operation

Je nach Behandlungsumfang ist ein Klinikaufenthalt zwischen einem und vier Tagen notwendig. In dieser Zeit werden bei Bedarf Schmerzmittel verabreicht. Um Komplikationen zu vermeiden, empfiehlt sich das Tragen von Thrombosestrümpfen. Um die Heilung zu fördern, kann ein spezielles Programm für Muskelübungen absolviert werden.

Der Heilungsprozess benötigt zwischen zwei und sechs Wochen. Abgesehen von den Übungen sollte der Patient sich schonen. Ruckartige Bewegungen und Sport sollten vermieden werden. Um die Heilung zusätzlich zu unterstützen, können Kompressionsstrümpfe bzw. –bodies getragen werden. Spezielle Salben oder Wechselduschen sind ebenfalls sehr förderlich für den Heilungsprozess.

Nach etwa drei bis sechs Wochen haben sich die Fäden, sind sie selbstauflösend, aufgelöst. Sind sie das nicht, werden sie nach dieser Zeit gezogen.

Kosten des Eingriffs

Bei diesem Eingriff handelt es sich nicht um einen medizinisch notwendigen Eingriff, der das Überlegen des Patienten sichert. Aus diesem Grund werden die entstehenden Kosten von den Krankenkassen nicht übernommen. Dies gilt auch für die Kosten für den Klinikaufenthalt. Die Kosten, die für solch einen Eingriff entstehen, variieren je nach Behandlungsumfang. Sie liegen in Deutschland zwischen 1.500 EUR und 5.000 EUR.

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