Frau bekommt Permanent Make Up

Welche Risiken birgt ein Permanent Make Up?

Der Gedanke, sich um das morgendliche Schminken keine Gedanken machen zu müssen und mit perfektem MakeUp aufzuwachen, reizt viele Frauen. Kein Verlaufen, Verwischen oder Verschmieren, ob im Büro, im strömeneden Regen oder nach einer durchfeierten Nacht- Lidstrich & Co. sitzen perfekt. Dies verspricht das sogenannte Permanent Make-Up, bei dem es sich um eine Unterart des Tätowierens handelt.

Grundsätzliches zum Permanent Make-Up

Beim Permanent Make-Up werden kosmetische Tätowierungen durchgeführt, bei denen Augenbrauen, Augenlid und/ oder Lippen mit mikrofeinen Farbpartikeln ausgefüllt oder umrandet werden.

Zwar sind diese Behandlungen auf ein dauerhaftes Ergebnis angelegt. Aufgrund der äußeren Einflüsse, denen die Haut im Gesicht ständig ausgesetzt ist (UV- Strahlungen, Wasser, Kosmetika etc.), besteht jedoch die Möglichkeit des Verblassens nach einigen Jahren. Je nach Haut- und gewähltem Farbton ist mit einer Haltbarkeit von bis zu zehn Jahren zu rechnen.

Gesundheitliche Aspekte

Da das Stechen eines Permanent Make- Ups ebenso wie das Anfertigen einer Körpertätowierung ein Eingriff in den Körper und dessen Unversehrtheit ist, sind die Risiken vorher sorgfältig abzuwägen. So warnt das Bundesinstiut für Risikobewertung in einer Stellungnahme vor Gefahren, die zum einen durch mangelnde Hygiene durch das Kosmetikinstitut, zum anderen durch nicht fachgerecht hergestellte und gemischte Farben entstehen können.

Die Wahl eines geeigneten Instituts ist daher von grundlegendes Bedeutung um Enttäuschungen und eventuell sogar vermeidbaren gesundheitlichen Risiken vorzubeugen.

Hygienerichtlinien und freiwillige Selbstkontrollen

An vorderster Stelle sollte hier der Aspekt der Hygiene stehen, da bereits eine kleine Kontaminierung zu schmerzhaften Infektionen oder schlimmeren Komplikationen führen und jede Freude an dem perfekten Lidstrich verdirbt. Um im schlimmsten Fall sogar das Übertragen von Krankheiten wie Hepathitis auszuschließen, wurde eine Hygienerichtlinie erlassen, die in jedem Fall von jedem Tätowierer sowie Kosmetikern, die Permanent Make-Up anbieten, einzuhalten ist. Grundsätzlich ist die einwandfreie Hygiene daher gewährleistet.

Über diesen gesetzlichen Aspekt heraus gibt es jedoch Standards, denen sich der Anbieter freiwillig unterwirft. Das sogenannte “Q-Label” wird Kosmetikern und Tätowierern auf Wunsch verliehen, wenn diese über einen längeren Zeitraum die strengen Qualitäts- und Hygieneanforderungen erfüllen und darüber hinaus Kenntnisse im medizinischen Bereich, insbesondere Erste-Hilfe-Maßnahmen, nachgewiesen haben.

Hinsichtlich der Hygiene wird daher durch den Gesetzgeber bereits auf die Einhaltung von Mindeststandards geachtet. Wer darüber hinausgehende Standards eingehalten wissen will, sollte sich ein Studio aussuchen, das an einem Programm wie dem “Q-Label” oder Vergleichbarem teilnimmt.

Nebenwirkungen

Auch wer diesen Rat beherzigt, kann das Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen jedoch nicht in jedem Fall verhindern. Diese sind zwar selten, sollten aber dennoch bekannt sein um besondere Risiken vorher abzuklären.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen das Auftreten von Spannungen, Rötungen, Schwellungen, Entzündungen, bleibende Narben, Lymphaustritt, allergische Reaktionen der Haut und Lippenherpes.

Während die meisten Nebenwirkungen lediglich temporär auftreten und nach einiger Zeit abklingen, darf die Gefahr einer allergischen Reaktion nicht unterschätzt werden.

Auslöser einer solchen Allergie ist in den meisten Fällen der in den Pigmenten enthaltene Farbstoff para-Phenylendiamin (PPD), welcher häufig zum Abdunkeln von Henna-Farben benutzt wird und ein ausgeprägtes Allergie-Potenzial besitzt. Der Stoff ist als Oxidations- Haarfärbemittel zugelassen, nicht hingegen zum Färben von Wimpern und Augenbrauen. Sofern der Kosmetiker oder Tätowierer sich an die Vorgaben hält, ist eine allergische Reaktion durch PPD daher nicht zu befürchten. Anders ist die Situation jedoch im Ausland, wo PPD teilweise gerade als Henna- Farbstoff noch massiv verwendet wird.

Farbstoffe und ihre gesundheitlichen Risiken

Auch andere eingesetzte Stoffe können bei sensiblen Menschen jedoch zu Reaktionen führen. Auch andere gesundheitliche Risiken durch die eingesetzten Farbstoffe führen häufig zu Warnungen seitens des Gesundheitsamts oder durch Ärzte.

So stehen die häufig eingesetzten Azofarbstoffe im Verdacht krebserrend zu sein. Auch die gelegentlich in den Farben enthaltenen Schwermetalle sind gesundheitlich äußerst bedenklich. Besonders kritisch ist ihr Einsatz, da die Farbe nicht unter der Haut bleibt, sondern gifitge Bestandteile durch die Lymphen abtransportiert werden und in den Blutkreislauf gelangen.

Viele Anbieter nehmen daher vom Einsatz dieser umstrittenen Farbstoffe Abstand.

Vorbereitungen

Wer sich für das Stechen eines Permanent Make- Ups entscheidet, sollte seine Haut hierauf vorbereiten. Sonnenbäder sind ab zwei Wochen vor dem Termin unbedingt zu unterlassen. Nach dem Stechen muss auf ausreichenden Sonnenschutz geachtet werden.

Auswahl der Farben und Korrekturmöglichkeiten

Bei der Wahl der Farben sollte sich die Kundin von einer geschulten Kosmetikerin ausführlich beraten lassen. Da das Permanent Make-Up im Idealfall bis zu zehn Jahre hält, sollte von grellen Farben abgesehen werden. Wer eine dezente Farbe wählt, hat eine größere Chance, diese auch in vielen Jahren noch zu mögen.

Zwar ist es grundsätzlich möglich, misslungenes Permanent Make- up zu korrigieren. Hierfür kann ein unerwünschter Farbton mit einer hautidentischen Farbe abgemildert werden. Vollständig entfernen lässt es sich jedoch nicht. Darüber hinaus handelt es sich auch bei der Korrektur um einen Eingriff, der schmerzhaft ist und Risiken birgt und daher nach Möglichkeit vermieden werden sollte.

Eine sorgfältige Beratung im Vorfeld sowie möglichst genaue Vorstellungen über die eigenen Wünsche können helfen, unzufriedenstellende Ergebnisse und spätere Korrektureingriffe zu vermeiden.

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