Hypospadie – kann angeboren oder erworben werden

Seit Jahrtausenden leiden die Herren der Schöpfung bereits unter einer Peniskrümmung. Diese Peniskrümmung zeigt sich dabei in der Regel nur im erigierten Zustand. Grundsätzlich unterscheidet man außerdem zwischen der angeborenen und der erworbenen Peniskrümmung.

Angeborene Peniskrümmung

Wann liegt eine angeborene Peniskrümmung vor?

Von einer angeborenen Peniskrümmung spricht man immer dann, wenn diese bereits von Geburt an bestanden hat. Allerdings sieht man diese Peniskrümmung nur im erigierten Zustand, sodass die Feststellung erst im Teenageralter möglich wird. Als Peniskrümmung wird dann jeder Zustand bezeichnet, der von der geraden Achse abweicht. Dabei kann die angeborene Peniskrümmung in sämtliche Richtungen erfolgen, auch eine korkenzieherartige Peniskrümmung um die Mittelachse ist dabei durchaus denkbar.

Die Peniskrümmung muss aber nicht in jedem Fall krankhaft sein. Die Natur hat hier eine schier unendliche Vielzahl von verschiedenen Formen für den Penis vorgegeben, die allesamt noch als normal gelten. Eine krankhafte Peniskrümmung liegt deshalb nur dann vor, wenn diese Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursacht oder diesen unmöglich macht. In solche Fällen ist eine entsprechende Behandlung nötig.

Ursachen und Diagnose für die angeborene Peniskrümmung

Die angeborene Peniskrümmung liegt bereits von Geburt an vor. Die Ursachen hierfür sind in einer Verkürzung oder einer Veränderung des Schwellkörpers zu suchen. Aber auch eine Harnröhre, die verkürzt ist, kann in Einzelfällen zu einer solchen Peniskrümmung führen.

Bevor man sich jedoch zu dem Gedanken hinreißen lässt, dass man an einer krankhaften Peniskrümmung leidet, sollte man die Diagnose vom Fachmann stellen lassen. Sobald man die ersten Unregelmäßigkeiten am Penis feststellt, ist eine Untersuchung durch den Urologen angeraten. Dabei ist Scham die falscheste Entscheidung.

Der Urologe wird erst einmal nach der bisherigen Krankengeschichte fragen und darauf basierend eine Anamnese erstellen. Zudem folgt eine körperliche Untersuchung, zum Teil auch eine Ultraschall-Untersuchung. Die Weichteile werden ebenfalls geröntgt, was wichtig ist, um andere Ursachen für die Peniskrümmung auszuschließen. Die Röntgenuntersuchung ist dabei an die Technik der Mammographie angelehnt. Da hierbei die Hoden oftmals mit sehr hohen Röntgenstrahlen belastet werden, sollte man auf diese Art der Untersuchung allerdings bei jungen Männern und solchen, die noch einen Kinderwunsch haben, verzichten.

Die Operation kann helfen

Als Therapie für die angeborene Peniskrümmung ist eine Operation möglich. Die typischen Nebenwirkungen bei dieser sind Entzündungen und die Bildung von Narben, Schmerzen und in seltenen Fällen sogar der Verlust der Erektionsfähigkeit. Mit der OP sollte man der Peniskrümmung deshalb nur dann Abhilfe schaffen, wenn diese auch massiv den Geschlechtsverkehr beeinträchtig. Rein aus ästhetischen Gründen ist diese jedoch nicht anzuraten, da die Risiken viel zu groß sind.

Sollte die Peniskrümmung von einer verkürzten Harnröhre herrühren, so ist der Penis meist nach unten verkrümmt. Während der Erektion kommt es dabei dann zu einer Einziehung der Mündung der Harnröhre an der Eichel, die mit teils massiven Schmerzen verbunden ist. In diesen Fällen ist die OP natürlich sinnvoll, um der Peniskrümmung Herr zu werden. Allerdings sollte auch diese spezielle OP nur dann durchgeführt werden, wenn man tatsächlich Probleme auch beim Geschlechtsverkehr hat.

Die erworbene Peniskrümmung

Die erworbene Peniskrümmung trifft fast jeden Mann in seinem Leben einmal. Doch diese stellt keinen Grund zur Besorgnis dar, da die Peniskrümmung nur sehr leicht ausgeprägt ist und in der Regel von selbst wieder abheilt. Etwa sechs bis 15 Monate dauert die Abheilung wieder an. Mitunter können Erektionen durch Schmerzen verhindert werden, auch andere Erektionsstörungen sind in dieser Zeit möglich, sind aber wahrscheinlich eher im Zusammenhang mit der emotionalen Belastung durch die erst neu aufgetretene Krümmung zu sehen.

Die Anatomen Fallopius und Vesallius haben diese Art der Peniskrümmung dabei bereits im 16. Jahrhundert beschrieben. Sie brachten sie u. a. In Verbindung mit der Impotenz. 1743 folgte die Erstellung einer Verbindung zwischen der Peniskrümmung und einer Zeugungsunfähigkeit durch Francois de la Peyronie, den Leibarzt König Louis XV.
Heute sind etwa 3,2 Prozent der deutschen Männer eines Tages betroffen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die erworbene Peniskrümmung meist in Verbindung mit anderen Krankheiten auftritt. Die Sehnenplatten an den betroffenen Stellen verdicken sich dabei und verkrümmen sich durch Schrumpfung. Diese Form tritt dabei in der Regel zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auf.

Ursachen für die erworbene Peniskrümmung

Die erworbene Peniskrümmung gehört zu den Krankheiten, die nicht eindeutig erklärbar sind, weshalb es viele Theorien über deren Entstehung gibt. Eine davon besagt, dass der erigierte Penis an Biegeverletzungen leidet. Diese sorgen dabei für eine Abscherung innerhalb der Wand der Schwellkörper, woraus sich eine entzündliche Reaktion ergibt, die wiederum zu einer Narbe führt.

In dieser Narbe kann sich dann überschüssiges Kollagen sammeln, ebenso wie andere Anteile des Bindegewebes. Mit der Zeit ersetzen sie das Schwellkörpergewebe in der entzündeten Region. Zum Teil kann durch erbliche Informationen eine besondere Veranlagung für diesen Krankheitsverlauf gegeben sein, allerdings stehen auch hier eindeutige Beweise noch aus.

Symptome bei der erworbenen Peniskrümmung

Die erworbene Peniskrümmung bringt natürlich auch einige Symptome mit sich. Dazu gehören insbesondere die so genannten Plaques. Diese sind längliche, flache Knoten im Bereich des Penis, die je nach Ausprägung gut oder auch weniger gut zu ertasten sind. In der Regel werden die Plaques an der Oberseite des Penis auftreten und entwickeln sich über mehrere Wochen, zum Teil sogar Monate.

Dort, wo sich die Plaques befinden, schrumpft die Außenwand der Schwellkörper narbig ab. Die Krümmung des Penis schlägt sich auf die befallene Seite. Diese Peniskrümmung ist aber nur im erigierten Zustand zu sehen. Je nachdem, wie stark die Krümmung ausgeprägt ist, richtet sich auch die Beeinträchtigung beim Geschlechtsverkehr.
Ebenfalls ist es möglich, dass sich die Plaques beidseitig finden. In diesen Fällen kommt es zu einer beidseitigen Raffung, wodurch die Gesamtlänge des Penis verkürzt wird. Dabei wird der Toilettengang jedoch nicht beeinflusst.

Sollte es zu Verhärtungen in der Schnürfurche des Penis kommen (dies ist die Stelle, die die Eichel vom restlichen Penis trennt), ist es besonders schlimm. Denn dann werden auch die verlaufenden Gefäß- und Nervenstränge mit beeinträchtigt. Dies wiederum hat eine Erektionsschwäche, sowie eine Taubheit in der Eichel zur Folge.

Diagnose der erworbenen Peniskrümmung

Auch die erworbene Peniskrümmung sollte immer vom erfahrenen Urologen diagnostiziert werden. An erster Stelle steht dabei natürlich die Frage nach der bisherigen Krankengeschichte, wobei insbesondere nach Unterleibsverletzungen und der angeborenen Peniskrümmung gefragt wird. Zudem muss sich der Patient in regelmäßigen Abständen, etwa alle sechs Monate fotografieren. Dabei muss der erigierte Penis aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen werden, um einen Behandlungserfolg nachweisen zu können.

Für die genaue Beurteilung der Peniskrümmung, muss der Arzt eine künstliche Erektion erzeugen. Dabei kann er Medikamente in die Schwellkörper injizieren oder auch eine Vakuumpumpe einsetzen. Bei der Erektion wird dann eine Ultraschall-Untersuchung durchgeführt. Diese soll zeigen, wie gut der Penis durchblutet wird und wo genau sich die Plaques befinden.

Auch die Röntgenaufnahme der Weichteile ist hierbei möglich, allerdings gerade für junge Männer mit Kinderwunsch nicht ratsam, da die Strahlenbelastung im Bereich der Hoden zu hoch ist.

Sollte der Befund nicht eindeutig sein und ein Verdacht auf eine andere schwer wiegende Krankheit bestehen, so ist es ebenfalls sinnvoll, ein Kernspin-Tomogramm zu erstellen. Dieses kann weitere Informationen geben.

Therapie der erworbenen Peniskrümmung

In der Regel muss die erworbene Peniskrümmung nicht medizinisch behandelt werden. Die meisten Fälle heilen von selbst wieder. Sollte man sich dennoch zu einer operativen Maßnahme gegen die Peniskrümmung entscheiden, so kann man hier von guten Erfolgen ausgehen. Etwa 80 Prozent der operativen Begradigungen der Peniskrümmung sind dabei von Erfolg gekrönt. Auch nach dem Eingriff waren die meisten Patienten mit dem Ergebnis noch zufrieden.

Allerdings sollte man sich auch die Risiken bei einer operativen Bekämpfung der Peniskrümmung stets vor Augen halten. Diese sind eine Penisverkürzung, Störungen in der Sensibilität des Penis und bei der Bildung von Erektionen. Zudem kann es in etwa zehn bis 20 Prozent der Fälle nach der OP zu einer erneuten Peniskrümmung kommen.

Die Kosten bei der Operation zur Peniskrümmung

In der Regel werden die Kosten für eine Peniskrümmung bzw. deren Entfernung durch die OP durch die Krankenkassen übernommen. Allerdings nur, wenn die OP medizinisch auch notwendig ist. Die Kosten belaufen sich dabei etwa zwischen 6.000 und 9.000 Euro für den gesamten Eingriff. Eine Abklärung, ob die Kasse die Kosten tatsächlich übernimmt, sollte deshalb bereits vor dem Eingriff erfolgen.

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