Krampfadern (Varicose) im Oberschenkel

Krampfadern, die von Medizinern häufig auch als Varizen bezeichnet werden, sind oberflächlich liegende Venen, die häufig geschlängelt verlaufen. Sie treten in den meisten Fällen an den Beinen auf und stören den Bluttransport von den Füßen zum Herzen. Dies wird verursacht, durch die Klappen, die bei Krampfadern schließunfähig geworden sind. Von den primären Krampfadern ist immer dann die Rede, wenn diese durch eine angeborene Bindegewebsschwäche. Diese wird zusätzlich begünstigt durch Berufe, die vorwiegend im Stehen ausgeführt werden. Auch mangelnde Bewegung, Übergewicht oder eine Schwangerschaft können die Krampfadern und deren Entstehung dabei begünstigen.

Sind dagegen Tumore oder Thrombosen dafür verantwortlich, dass eine Abflussbehinderung in tieferen Venensystemen vorkommt, so spricht man von sekundären Krampfadern. Auch hier kann man noch einmal unterteilen in Stamm-, Seitenast- und Besenreiserkrampfadern.

Symptome von Krampfadern

Typische Symptome für Krampfadern finden sich auch bereits bei jungen Menschen. Oftmals zeigen sich die ersten Anzeichen der bläulich gefärbten und knotig verdickten Krampfadern bereits im jugendlichen Alter. In erster Linie wird dann über die kosmetische Beeinträchtigung geklagt. Im Laufe der Zeit hingegen tritt auch ein Schweregefühl in den Beinen auf, welches sich weder beim Stehen noch beim Sitzen lindert. Ebenfalls beklagen viele Patienten nächtliche Wadenkrämpfe. Ob diese jedoch in direktem Zusammenhang mit den Krampfadern hängen, ist bisher wissenschaftlich noch nicht erwiesen worden. Allerdings ist klar, dass die Beschwerden insbesondere in den Tagen direkt vor der Monatsblutung und auch im Sommer vermehrt auftreten.

Die richtige Diagnose ist entscheidend

Bevor man Krampfadern behandeln kann, ist eine Diagnose über deren Ausmaß unbedingt erforderlich. Hierbei gibt es verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten, mit denen die Diagnose gestellt werden kann.

Körperliche Untersuchung

Mit der körperlichen Untersuchung, die meist nur dann sinnvoll ist, wenn die Krampfadern bereits deutlich zu erkennen sind, werden bereits erste Rückschlüsse darüber gezogen, ob und in welcher Art die Venenklappen in ihrer Funktion gestört sind. Außerdem kann man hier mit speziellen Tests heraus finden, ob auch das tiefere Venensystem an der Erkrankung beteiligt ist.

Trendelenburg-Test

Ebenfalls ist der Trendelenburg-Test eine häufig angewandte Untersuchung. Der Patient liegt mit nackten Beinen auf dem Behandlungstisch und streckt das betroffene Bein in die Luft. Der Arzt wird dann das Blut ausstreichen und einen schmalen Verband anlegen. Dieser wird um den Oberschenkel gewickelt und der Patient muss dann aufstehen. Der Arzt beobachtet dann, wie schnell sich das oberflächliche Venensystem füllt. Anhand dieses Tests kann man erkennen, ob die Klappen der oberflächlichen Venen in ihrer Funktion gestört sind, oder ob die Verbindungsvenen zwischen dem oberflächlichen und dem tiefen Venensystem betroffen sind.

Pratt-Test

Der Pratt-Test verläuft dabei ganz ähnlich. Allerdings reicht der Verband hier vom Fuß bis zur Leiste. Nach dem Aufstehen wird er abgewickelt und gleichzeitig ein neuer Verband angelegt. Zwischen den beiden Binden bleibt dabei immer ein Hautstreifen von etwa fünf bis zehn Zentimetern Breite frei bleibt. Durch den Arzt wird dann die Venenfüllung an genau dieser Stelle beobachtet, wodurch wieder Aufschluss darüber gewonnen wird, ob es sich um eine Störung der Funktionen der Verbindungsvenen handelt.

Perthes-Test

Beim Perthes-Test wird ebenfalls ein Verband um den Oberschenkel gelegt und der Patient beim Umherlaufen beobachtet. Dadurch kann der Arzt heraus finden, ob eine Abflussbehinderung des tiefen Venensystems die Ursache für die Krampfadern ist.

Behandlungsmöglichkeiten

Zur Vorbeugung und Linderung

Wenn die Krampfadern schon sehr lange bestehen, kann es auch zu Spätschäden durch eben diese kommen. Insofern sollte man besonders frühzeitig bereits mit der Behandlung beginnen. So kann man mit vermehrter Bewegung, dem Hochlagern der Bein und kalten Wassergüssen die Beschwerden deutlich verringern. Auch zur Vorbeugung eignen sich diese Maßnahmen ideal.

Tabletten und Salben

Ebenfalls sind auf dem Markt zahlreiche Tabletten und Salben erhältlich. Erstere dienen vor allen Dingen dazu, die Durchblutung der Kapillaren zu fördern. Sie sind meist auf rein pflanzlicher Basis erhältlich. Zudem sollen sie stabilisierend auf die Gefäßwände selbst wirken. Allerdings bleibt die Wirkung nur während der Einnahme erhalten. Werden die Medikamente dagegen abgesetzt, so muss man auch mit einer Rückkehr der Krampfadern rechnen. Die Salben selbst sind in ihrer Wirkung noch nicht bestätigt. Allerdings können sie die Leiden mindern, wenn andere Behandlungsmethoden ebenfalls zum Einsatz kommen.

Kompressionstherapie

Die Kompressionstherapie ist eine weitere Möglichkeit, Krampfadern zu bekämpfen. Sie wirkt mittels eines Verbandes oder eines Kompressionsstrumpfes von außen auf die Krampfadern ein. Der Querschnitt der oberflächlichen Venen soll dadurch verringert und der Abtransport des Blutes beschleunigt werden. Die Methode ist jedoch nur dann einzusetzen, wenn eine OP oder eine Verödung nicht helfen können. Denn bestehende Krampfadern können dadurch nicht entfernt, sondern nur die Beschwerden gelindert werden.

Verödung der Krampfadern

Bei der Verödung, die sich vorrangig für die Besenreiser eignet, wird ein speziell angemischtes Mittel in die Krampfadern eingespritzt. Dieses soll dafür sorgen, dass die Innenwand gereizt wird und es zum Verschluss, bzw. der Verödung des Gefäßes kommt. Nach dieser Behandlung sollte man sich grundsätzlich viel Bewegung gönnen, da nur dadurch die Durchblutung in den anderen Venen gefördert werden kann.

Operative Entfernung der Krampfadern

Die Operation ist dabei die Methode, die sich vor allen Dingen bei Stammkrampfadern durchgesetzt hat. Bei der eigentlichen OP werden die Krampfadern mit einer Sonde aus dem Bein gezogen. Zusätzlich können noch verbliebene Seitenäste verödet werden. Generell ist nach der OP für einige Wochen ein Stützstrumpf bzw. so genannte Kompressionsstrümpfe zu tragen.

Ältere Menschen, für die das Risiko eine Narkose zu hoch ist, können auch eine Unterbindung der betroffenen Venen durchführen lassen. Man spricht hier auch von einer Krosssektomie. Hierfür wird nur eine örtliche Betäubung notwendig. Dabei wird die Krampfader selbst an der Stelle, an der sie ins tiefe Venensystem eintritt, durchtrennt. Dadurch soll das Zurückstromen des Blutes vermieden werden. Auch bei dieser Variante sind einige Wochen lang Kompressionsstrümpfe zu tragen.

Welche Methode ist am sinnvollsten?

Bevor man sich jedoch für eine der verschiedenen Methoden entscheidet, sollte man ein intensives Gespräch mit dem Arzt führen, in dem genau geklärt wird, welche Variante am sinnvollsten ist. Entscheidend hierfür ist vor allen Dingen auch die gestellte Diagnose. Es geht also immer auch darum, wie die Krampfadern an sich beschaffen sind und wo deren Ursachen zu finden sind. Man muss also auch hier zwischen erblich bedingten und anderweitig verursachten Krampfadern unterscheiden, um die optimale Behandlungsmethode für sich selbst heraus zu finden.

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