Harrtönung auftragen

Ein Blick in den Spiegel – da ein graues Haar, da eins, dort noch eins und überhaupt findet frau die ureigene Haarfarbe mit einem Mal irgendwie fad. Etwas Neues muss her, aber schneiden wäre zu direkt; nein, eine neue Farbe. Oft einfach mal nur “zum ausprobieren, ob es gut aussieht”. Die Kundin geht ins Geschäft und hat erst einmal die Qual der Wahl. Was es da nicht alles gibt! Schaumtönung, Intensivtönung, mit und ohne Haube, mit und ohne Vorwäsche… . Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Grundsätzlich gilt: Tönung ist nicht gleich Tönung! Alles was länger als drei wäschen drin bleibt und herauswächst ist Farbe!

Was passiert beim Färben und Tönen?

Beim Tönen verändert man die Farbe nur temporär, d. h. auf die Haaroberfläche wird eine Farbschicht gelegt, die sich nach zwei bis drei Haarwäschen wieder herauswäscht. Färbungen und Colorationen (was im Grunde eigentlich das Ein und Dasselbe ist) verändern die Färbepigmente im Inneren des Haares, nachdem die Haarstruktur aufgebrochen wurde. Dies bewirkt, dass die Farbe sich nicht mehr zur Gänze auswaschen kann und herauswachsen muss. Tönen ist in Ordnung, wenn zum Beispiel kaum graue Haare zu finden sind oder ausprobiert wird, ob und wie einem eine neue Haarfarbe zu Gesicht steht. Wenn sich die Verbraucherin oder der Verbraucher gar nicht sicher sind oder Schwierigkeiten bei der Farbwahl zu ihrem Hauttyp haben, so ist ein Besuch bei einem Friseur angeraten, der die Kundin auch gleich über eventuelle Risiken aufklären kann, denn auch Haartönung ist nicht ohne.

Risiken der Haartönung

Jede Frau möchte schön sein, aber bitte nicht um jeden Preis! Nicht alle, aber viele Tönungen enthalten Ammoniak und Wasserstoffperoxid und manche Farbstoffe, sowie Farbbausteine gelten als krebsauslösend. Die neuere Forschung verdächtigt den in vielen Haartönungen enthaltenen Wirkstoff Resorcin, Allergien auszulösen.

Wohlgemerkt: es besteht das Risiko; Haartönung zu benutzen heißt nicht, dass man plötzlich todsterbenskrank wird, jedoch sollte vor der ersten Anwendung IMMER ein kleiner Allergietest an einer unsichtbaren Körperstelle durchgeführt werden, z. B. hinter dem Ohrläppchen. Zeigt sich innerhalb der ersten drei bis vier Tage kribbeln, prickeln, jucken, brennen, Pusteln oder ähnliches, liegt der Verdacht einer Reaktion auf die Tönung nahe.

Wie töne ich meine Haare richtig?

Zunächst wird das Haar wie gewohnt gewaschen, lediglich auf Spülung sollte verzichtet werden, wegen der darin enthaltenen Weichmacher. Um die Kleidung zu schützen, ist es ratsam, zumindest die Oberbekleidung abzulegen, denn Haartönung wäscht sich nur auf den Haaren aus, auf der Kleidung leider nicht.

Jeder Haartönung liegen Anwendungshinweise bei, jedoch ist allen zu Eigen, dass die Farbe aus der Flasche in die Hand gegeben wird, welche man vorher mit den in der Regel beiliegenden Handschuhen schützt. Im weiteren Verlauf wird die Farbe gleichmäßig auf dem Kopf verteilt. Um das Gesicht, sowie die Ohren und den Nacken vor unliebsamen “Verzierungen” zu schützen, empfiehlt es sich, eben jene Partien mit einer Fettcreme zu schützen. Auf diese Art und Weise lassen sich Farbspritzer einfach abwischen. Wer es professioneller mag und Flusen nicht scheut, greift zu sogenannten Wattebändern aus dem Friseurhandel, welche einfach im Strang entnommen, um den Kopf bzw. den Haaransatz gelegt und im Nacken zur Fixierung verknotet werden.

Nun beginnt das Warten, das je nach Länge unterschiedliche Farbabstufungen zur Folge haben kann. Wer´s dezent mag, lässt die Tönung kurz auf dem Haar, Liebhaber kräftiger Farben, wählen die Maximaldauer.

Im Anschluss wird die Tönung solange ausgespült, bis keinerlei Rückstände mehr im Haar sind und das Wasser klar bleibt. Anschließend wie gewohnt frisieren.

ACHTUNG: Treten während des Tönungsvorgangs die Anzeichen von Hautirritationen oder gar Atembeschwerden auf, den Tönungsvorgang SOFORT abbrechen!

Neue Farbe und jetzt?

Pflege, Pflege und nochmals Pflege! Während bei getöntem Haar die Pflege ganz normal weitergeht, ist gefärbtes oder gar blondiertes Haar durch die Strukturveränderung extrem porös und empfindlich. Spezielle Kuren, Spülungen und Shampoos helfen, dem Haar seine Geschmeidigkeit und seinen Glanz wieder zu geben, wobei gleichzeitig die Farbpigmente im Haar gehalten und ein zu rasches “Ausbluten” verhindert wird.

Wann sollte nicht getönt werden?

Grundsätzlich dann, wenn bekannt ist, dass eine Allergie gegen bestimmte Stoffe gegeben ist, wenn bereits Hautreizungen oder gar Irritationen, wie Pusteln, Schwellungen und dergleichen schon da sind. Ebenfalls tabu ist das Tönen bei verletzter Kopfhaut.

Mit den Farben variieren

Bei Tönung gilt von hell auf dunkel geht immer; von dunkel auf hell funktioniert nur mit Farbe bzw. mit Hilfe einer vorangehenden Blondierung, wenn der Ton heller als drei Nuancen sein soll. Heißt: Schwarz geht nicht einfach so auf Honigblond. In diesem Fall sollte vor der nächsten Färbung erst ein größerer Zeitraum verstrichen sein, um die Haare zu schonen. Ist es gewünscht, dass ein Mischton aus zwei bestehenden Tönen einer Farbpalette hergestellt wird, sollte man beim Tönen in Heimarbeit, Farben aus der gleichen Produktgruppe wählen. Ansonsten gilt bei Mischtönen: lieber zum Friseur, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, denn in Verbindung mit Sauerstoff reagieren viele Farben wieder anders.

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