Frau mit sehr starkem Übergewicht

Wundermittel Fettabsaugung?

Viele Menschen leiden heute unter Fettleibigkeit, was nicht immer nur genetisch bedingt ist. Zwar ist es richtig, dass auch die Veranlagung eine wichtige Rolle beim Ansetzen von Fettpölsterchen spielt, doch mit etwas Sport, einer Diät und einer allgemein gesunden und ausgewogenen Ernährung kann man den Fettpölsterchen ebenfalls den Kampf ansagen. In einigen Fällen reicht aber auch dies nicht mehr aus, sodass nur noch die Fettabsaugung oder Liposuktion, wie sie in Fachkreisen genannt wird, in Frage kommt. Hier sei aber nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Fettabsaugung keinesfalls zur Gewichtsreduktion geeignet ist. Vielmehr können dadurch nur hartnäckige Fettzellen, die durch Sport und gesunde Ernährung nicht mehr verschwinden, entfernt werden.

 

Risiken bei der Fettabsaugung

Die Fettabsaugung stellt eine Operation dar, sodass hier auch einige Risiken auftreten können. Diese sind in der Regel jedoch sehr selten zu finden, sodass ein Taubheitsgefühl oder Unregelmäßigkeiten an der Haut nur sehr selten vorkommen. Auch kann man den evtl. auftretenden Risiken mit einigen Verhaltensmaßregeln, die ein seriöser Arzt im Vorgespräch genau erklären wird, verringern.

Vor der OP

Generell wird aber empfohlen, bereits vor der Fettabsaugung eine Ernährungsumstellung durchzuführen und mehr Sport zu treiben. Dies erklärt sich schon allein aus dem Grund, dass fettleibige Personen ein erhöhtes Risiko bei einer OP eingehen. Insofern kann auch eine vorherige Magenballon-Behandlung durchaus sinnvoll sein.

Methoden der Fettabsaugung

Basic-Methode

Der Arzt hat bei der Fettabsaugung dann verschiedene Möglichkeiten, wie er diese durchführen kann. Die Basic-Methode ist dabei der Ursprung aller heute angewandten Methoden. In die betroffenen Stellen wird eine spezielle Flüssigkeit eingebracht, die dafür sorgt, dass die Adern sich zusammen ziehen sollen. Außerdem weist die Flüssigkeit eine betäubende Wirkung auf. Eine zusätzliche Narkose ist daher nur selten notwendig. Auch sorgt die Flüssigkeit bei der Basic-Methode dafür, dass Schwellungen vermieden werden.

Tumeszens-Methode

Die am häufigsten angewandte Methode bei der Fettabsaugung ist jedoch nicht die Basic-Methode, sondern die so genannte Tumeszens-Methode. Auch hier wird eine spezielle Flüssigkeit in das betroffene Gewebe gegeben. Allerdings wird die Flüssigkeit mit hohem Druck eingebracht, sodass sich das Gewebe ballonartig aufbläst. Durch das Aufblähen kann das eigentliche Absaugen dann wesentlich einfacher erfolgen. Auch diese Flüssigkeit betäubt den Patienten, sodass gerade bei kleineren Fettmengen, die abgesaugt werden sollen, keine zusätzliche Narkose notwendig wird. Der Arzt wird aber jeden Einzelfall genau prüfen und dementsprechend entscheiden.

Supernass-Methode

Eine andere Variante ist die Supernass-Methode, die ihren Namen allerdings zu Unrecht trägt. Dabei wird nur ein Drittel der Flüssigkeit im Gegensatz zur Tumeszens-Methode genutzt. Das Verhältnis von abzusaugendem Fett zur Flüssigkeit beträgt hierbei 1:1. Diese Methode dauert üblicherweise etwa zwei bis drei Stunden, wird allerdings unter Vollnarkose durchgeführt.

Ultraschall-Methode

Bei der Ultraschall-Methode hingegen wird keine Flüssigkeit injiziert. Vielmehr werden hier feine Kanülen in die betroffenen Stellen eingeführt, die Energie freisetzen. Durch diese verflüssigt sich das Fett und kann dadurch wiederum schneller abgesaugt werden.

Tulip-System

Beim Tulip-System, das der Basic-Methode sehr stark ähnelt, wird eine Spritze verwendet, um den benötigten Unterdruck zu verwenden. Die elektrische Absaugpumpe kommt dabei nicht zum Einsatz.

Lipopulsing

Die Lipopulsing-Methode ist ebenfalls eine Variante, um Fett abzusaugen. Feine Kanülen werden in das Fettgewebe eingeführt und senden dort hoch frequente Impulse ab. Die abgesandte Energie soll die Zellwände der Fettzellen zerstören und das Fett an sich kann dann freigesetzt und abgesaugt werden.

 

Feintunnelungstechnik

Bei der Feintunnelungstechnik wird ebenfalls mit Kanülen gearbeitet. Deren Durchmesser darf dabei aber nicht mehr als zwei bis drei Millimeter betragen. Der Arzt entscheidet, ob die Kanülen fächerförmig oder parallel unter die Haut geführt werden. Dann erfolgt ein Rütteln dieser, welches mit einer Wiederholung von 4.000 bis 8.000 Mal je Sekunde durchgeführt wird. Die Fettzellen können dadurch gelöst und abgesaugt werden. Neueste Studien haben nun auch ergeben, dass diese Technik es auch ermöglicht, Fettzellen, die direkt unterhalb der Haut liegen, zu entfernen.

Welche Methode ist die richtige?

Für welche Variante man sich nun entscheidet, bleibt jedem selbst überlassen. Der Arzt wird hier mit Rat und Tat zur Seite stehen und Infos darüber geben, welche Methode am besten geeignet ist., da dies auch immer abhängig vom Einzelfall ist.

Nach der Fettabsaugung

Nach der OP zur Fettabsaugung werden in den betroffenen Bereich meist noch für einige Tage Drainagen eingelegt. Diese sollen dafür sorgen, dass Wundflüssigkeit und Blut abgesaugt wird. Zusätzlich werden feste Kompressionsverbände angelegt, die zur besseren Stützung und Formgebung beitragen. Dadurch kann die Haut sich besser an die neue Form gewöhnen. Generell sollte man einige Wochen vor und nach der Behandlung auf das Rauchen und übermäßigen Alkoholgenuss verzichten. Denn dadurch kommt es zu einer schlechteren Wundheilung. Auch bestimmte Medikamente sollten abgesetzt werden, worüber aber der Arzt entsprechend Auskunft erteilt.

Zum Teil kann die Haut sich nicht mehr so recht der neuen Form anpassen. In diesen Fällen ist unter Umständen ein weiterer Eingriff in Form einer Bauchdeckenstraffung oder auch einer Oberschenkelstraffung angezeigt. Für diese Operationen sollte man sich aber erst dann entscheiden, wenn das endgültige Ergebnis sichtbar ist.

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