Auf die richtige Gesichtscreme kommt es an

Würden Sie im Sommer Pelzstiefel tragen? Oder gar im Winter mit Flip Flops und Trägertop durch den Schnee wandern? Nein? Richtig. Und genauso, wie die Kleidung den Körper vor den Einflüssen der Jahreszeiten schützt und dieser angepasst werden sollte, so sollte auch die Gesichtscreme, unabhängig vom Hauttyp, zunächst einmal den Jahreszeiten angepasst werden.

 

Luftig leicht im Sommer

Im Sommer läuft unser Stoffwechsel meist auf Hochtouren, die Haut produziert daher an warmen Tagen mehr eigenes Hautfett. Außerdem ist die Luftfeuchtigkeit hoch und man gerät im Allgemeinen schneller ins Schwitzen. Ist es draußen warm, sollte also eine besonders leichte Creme verwendet werden. Empfehlenswert sind vor allem Cremes, die Urea enthalten. Denn dies ist einer der wenigen Stoffe, die die Haut tatsächlich mit Feuchtigkeit versorgen und diese auch eine Weile halten kann – ganz ohne die Haut dabei unnötig zu belasten. Optimal ist dabei ein Urea Anteil von rund vier Prozent. Glycerin und Milchsäure sind ebenfalls Wirkstoffe, die dabei unterstützen, dass die Haut die Feuchtigkeit halten kann, ohne sie dabei jedoch komplett „abzudichten“. Der Fettgehalt der gewählten Creme sollte dabei bestenfalls die fünf Prozent nicht überschreiten.

UV-Schutz nur wenn nötig

Nicht nur für Sonnenanbeterinnen gilt: Sobald die Sonne scheint, ist UV-Schutz in der Tagescreme Pflicht. Dass zu hohe Belastungen durch UV-Strahlungen auf Dauer Hautkrebs fördern und zudem, zumindest optisch, die Jahre schneller ins Land ziehen lassen, ist allgemein bekannt.

Was viele jedoch nicht wissen: Übertriebener UV-Schutz belastet die Haut ebenfalls. Das ist mit einer der Gründe dafür, dass Sonnenschutz mit verschieden hohen Lichtschutzfaktoren erhältlich ist. Nicht um sich schneller bräunen zu können, sondern damit der Lichtschutzfaktor eben auch nur so hoch gewählt werden kann, wie zum Schutz der Haut nötig ist.

Außerdem benötigt die Haut UV-Strahlung, um Vitamin D bilden zu können. An Tagen, an denen es aus Kübeln gießt ist Lichtschutz in der Tagescreme überflüssig – eine gute Gelegenheit um der Haut auch einmal eine Pause zu gönnen. Umgekehrt bedeutet das jedoch nicht, dass der Lichtschutz in der Tagescreme eine echte Sonnencreme ersetzt – auch dann nicht, wenn LSF 15 auf der Tube steht. Am Strand oder im Gebirge braucht die Haut daher Extra-Schutz. Je nach Hauttyp sollte mindestens Schutzfaktor 20 gewählt werden, hellere Hauttypen sollten sogar einen höheren Schutz wählen.

Isolierung gegen schlechtes Wetter

In den kalten Wintertagen muss sich die Haut so gegen einiges behaupten: Zuerst trockene, warme Heizungsluft, dann wieder das nasse, kalte Wetter von draußen. Das Ganze dann obendrein im ständigen Wechsel. Der Mangel an Sonnenstrahlen macht es für die Haut auch nicht gerade einfacher. Aus diesem Grund darf die Pflege in der dunklen Zeit des Jahres etwas reichhaltiger ausfallen. Hautärzte empfehlen jedoch Cremes mit höchstens sieben Prozent Fett. Generell sollten fettige Lotionen und Cremes wirklich nur dann verwendet werden, wenn es draußen richtig ungemütlich ist.

Das ständige Eincremen mit öligen Gesichtspflegeprodukten führt übrigens irgendwann dazu, dass der Eigenschutz der Haut zerstört wird. Die Haut gewöhnt sich nämlich an den Schutz durch die Creme und stellt die eigene Talgproduktion ein. Die Folge: Die Haut wird langsam immer trockener, was oft dazu führt, dass die meisten Menschen noch intensiver cremen und damit die Austrocknung der Haut noch verschlimmern.

Die natürliche Balance der Haut

Den gleichen Effekt erzeugt übrigens ein Übermaß an Reinlichkeit: Wer aus Angst vor Unreinheiten seine Haut ständig mit aggressiven Reinigungsprodukten und alkoholhaltigen Gesichtswässern zu Leibe rückt, sorgt nur für eine logische Reaktion – die Haut wird versuchen, den Mangel an eigenem Hautfett auszugleichen und fettet erst recht wie verrückt. Und ist dieser Fall einmal eingetreten, hilft nur noch eine einzige Gegenmaßname. Mindestens vier bis sechs Wochen gar keine Produkte mehr benutzen, damit die Haut sich wieder normalisieren kann.

 
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