Frau mit kleinen Brüsten

Mehr Busen ohne Operation?

Nicht nur ein Großteil der Männer wird bei einem üppigen Busen schwach – auch viele Frauen wünschen sich gern 1-2 Körbchengrößen mehr für ihren Vorbau. Der Busen zählt zu einer der am häufigst bemängelten Problemzonen einer Frau. Neben Klagen über mangelnde Spannkraft wird auch gern über ein, nach eigenem Empfinden, mangelndes Volumen der Brüste geklagt. Doch unter das Messer legen möchten sich deswegen verhältnismäßig nur Wenige. Hohe Kosten und oft auch die Angst vor Narben, Schmerz und möglichen Komplikationen einer Brust-OP, lassen viele Frauen zurückschrecken.

Eine Brustvergrößerung ganz ohne OP – das wäre stattdessen eine wirklich angenehme und tragbare Lösung. Und genau mit dieser Sehnsucht spielt die Werbestrategie vieler Produkte, die unzufriedenen Frauen eine natürliche Brustvergrößerung versprechen. Aber können die Wundermethoden dieses Versprechen auch halten? Im Folgenden soll über die verschiedenen Methoden und Produkte zur natürlichen Brustvergrößerung ohne OP- über ihre Risiken, Erfolgs- und Misserfolgschancen – aufgeklärt werden:

Schluck dich schön – Brustvergrößerung mit Pillen

Eine beliebte Methode zur natürlichen Brustvergrößerung ist die Einnahme spezieller Pillen oder Hormontabletten. Der offensichtliche Vorteil dieser Variante besteht darin, dass er nur einen sehr geringfügigen Zeitaufwand benötigt und dazu recht unkompliziert erscheint. Über die Wirksamkeit des Ganzen lässt sich streiten. Medizinisch lässt sich nicht immer nachweisen, ob die in den Busen-Pillen enthaltenen Wirkstoffe auch wirklich den Dienst verrichten, der ihnen zugesprochen wird.

Tatsache ist aber, dass die Wirkstoffe sich im gesamten Blutkreislauf verteilen und somit nicht nur auf die Brust, sondern auf den gesamten Körper Einfluss nehmen. Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit und unreine Haut bis hin zu allergischen Reaktionen können die Folgen sein. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu Herzproblemen kommen.

Ähnlich verheerend können die Auswirkungen von Hormontabletten sein. Unser Körper ist nun einmal ein kompliziertes System, welches über Hormone kommuniziert und funktioniert. Jedwede, künstliche Beeinflussung dieses Systems kann daher mehr oder weniger schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Womit wir bei der nächsten Methode wären:

Brustvergrößerung mit Antibaby-Pille

Einige Frauen berichten, dass durch die Einnahme der Antibaby-Pille auch ihre Brüste praller und fülliger wurden. Das ist durchaus möglich, denn die Antibaby-Pille erhöht den Östrogenspiegel im Blut, also die Konzentration an weiblichen Geschlechtshormonen. Die Folge kann unter Umständen eine prallere Brust sein, ob überhaupt und wie stark das Brustvolumen jedoch zunimmt, kann zuvor nicht vorausgesagt werden. Wenn eine Zunahme stattfindet, ist diese jedoch meist so minimal, dass man hierbei nicht wirklich von einer Brustvergrößerung sprechen kann.

Cremes und Tinkturen zur natürlichen Brustvergrößerung

Neuerdings werden immer mehr Cremes und Tinkturen auf den Markt gebracht, die Brustvergrößerung bis zu zwei Körbchengrößen versprechen. Die Strategie der meisten Cremes basiert auf Wirkstoffen, die eine stärkere Durchblutung des Gewebes fördern oder die Drüsen in der Brust stimulieren. Die Idee ist nicht ganz verkehrt und funktioniert in der Theorie auch ganz wunderbar. In der Praxis ist das Resultat jedoch eher schwach: Das Brustvolumen nimmt zwar kurzzeitig zu, jedoch meist nur ganz minimal während der Effekt oft nur über wenige Stunden bis hin zu einigen Minuten andauert.

Mehr Volumen durch Vakuumpumpe

Vakuumpumpen zur Brustvergrößerung erinnern ein wenig an die, nur allzu gut bekannten Milchpumpen. Über einen Behandlungszeitraum von mehreren Wochen soll bei täglicher Anwendung der Vakuumpumpe das Brustvolumen langsam zunehmen. Dabei werden zwei Saugglocken über die Brüste gestülpt, die einen Unterdruck erzeugen und so das Gewebe der Brust leicht dehnen. So soll die Bildung körpereigener Kollagenfasern stimuliert werden – die Brust wird straffer und voller. Aus medizinischer Sicht gibt es jedoch bisher keine Belege für die Wirksamkeit solcher Vakuumpumpen – auch wenn die Theorie einleuchtend klingen mag. Im Gegenteil: Viele Ärzte halten Vakuumpumpen für einen Werbegag, der Frauen, die mit ihrer Oberweite unzufrieden sind, das Geld aus der Tasche ziehen soll.

Brustvergrößerung durch Spritze

Durch diverse Injektionen sollen sich die Brüste  ebenfalls vergrößern lassen. Hier gilt es jedoch zu unterscheiden zwischen:

Eigenfett-Injektion

Durch eine Eigenfett-Injektion können tatsächlich sichtbare Vergrößerungen der Brust erfolgen. Leider hält das Ergebnis nur rund zwei Jahre an, die Prozedur an sich ist dafür, bei Kosten von rund 3.000 Euro, verhältnismäßig teuer. Da der Körper das eingespritzte Eigenfett auf Dauer langsam wieder abbaut, ist die Brustvergrößerung nicht nur zeitlich begrenzt. Ein weiterer Nachteil ist, dass der Abbau auch unregelmäßig erfolgen kann, so dass ein erheblicher Größenunterschied zwischen beiden Brüsten entstehen kann. Auch die Form und das Endresultat des Eingriffs kann meist nicht richtig vorhergesagt werden.

Hyaluron-Injektion

Auch Hyaluron-Injektionen bringen zunächst sichtbare Veränderungen. Sie funktionieren ebenso, wie Eigenfett-Spritzen. Der Wirkstoff wird jedoch meist sogar noch schneller abgebaut und der Eingriff ist zudem sogar noch teurer, als Eigenfett-Injektionen. Wie bei der zuvor genannten Methode, kann das Endergebnis meist nicht genau vorhergesagt werden, da es sich bei Hyaluron-Injektionen zur Brustvergrößerung nicht um einen Routineeingriff der ästhetischen Chirurgie handelt.

Silikon-Injektionen

Vor Silikoninjektionen wird ausdrücklich gewarnt. Obwohl das Silikon, anders als Eigenfett und Hyaluron, vom Körper nicht wieder abgebaut wird, ist von dieser, oft als “Alternative Methode” bezeichneten, Variante zur Brustvergrößerung dringend abzuraten. Denn das eingespritzte Silikon kann über längere Zeit in das umliegende Gewebe eindringen und sich über die Lymphe im gesamtem Körper verteilen. Dadurch können nicht vorhersehbare Spätfolgen entstehen.

Fazit: Ein vollerer Busen ohne Messer? Leider nein.

Schlussendlich ist klar: Wer auf die Frage “Darf’s noch etwas mehr sein?” partout nicht mit nein antworten kann, der wird wohl um das OP-Messer nicht herum kommen. Der Markt bietet der Sehnsucht der Frauen nach einer volleren, straffen Brust zwar genügend Mittel und Wege, die meisten davon sind jedoch nichts weiter als Belastungen für Geldbeutel und Gesundheit der Damenwelt und das bei, wenn überhaupt, nur mäßigen Erfolgsaussichten. Wer dem Ganzen trotz allem die ein oder andere Chance geben möchte, sollte in jedem Fall jedoch vorab seinen behandelnden Frauen- oder Hausarzt konsultieren. Denn die vermeintliche Schönheit sollte nie auf Kosten der Gesundheit gehen.

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