Traditionelle indische Ayurveda Massage

Als Ayurveda bezeichnet man die traditionelle Heilkunst Indiens, die auf eine rund 5.000 Jahre lange Geschichte zurück blicken kann. Der Name leitet sich aus dem Sanskrit ab und ist eine Zusammensetzung aus Ayur und Veda. Übersetzen lässt es sich am besten mit „ewigem Wissen“ und „langem Leben“. Im Grunde steckt also „Lebensweisheit“ oder „das Wissen vom langen Leben“ dahinter. Im Ayurveda werden unter einer ganzheitlichen Herangehensweise sanftes Heilen und Kurieren mit gesundem Leben vereint.

Wohltat für Körper und Seele

Im klassischen Ayurveda, der jahrtausende alten indischen Lehre vom langen Leben, zählt die Massage zu verschiedenen Therapieformen. Die Kenntnis von der heilenden Wirkung der Hände und liebevoller und achtsamer Berührung ist so alt wie die Menschheit selbst.

Alles dient dem Ziel, eine tiefe Entspannung herbeizuführen, den Körper zu entschlacken und somit die in uns allen ruhenden Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Ayurveda Massagen lassen sich durch schriftliche Quellen bereits vor mehr als 3.500 Jahren nachweisen. Somit rechnet man die Ayurveda Massage zu den ältesten Techniken der Massage schlechthin. Die Ayurveda Massage wirkt sich positiv auf die Funktion unserer inneren Organe aus, indem Organfunktionen auf sanfte Weise harmonisiert werden.

Dieser Effekt entsteht, weil zwischen den Organen und der jeweiligen Körperregion eine Verbindung besteht, worüber automatische Organreaktionen ausgelöst werden können. Darüber hinaus reguliert die Ayurveda Massage den Spannungszustand der Muskulatur, indem verspannte Muskeln detonisiert (also entspannt) und schlaffe Muskeln tonisiert werden. Alles unter dem Aspekt, eine normale Muskelspannung zu erlangen. Das lymphatische System, welches für unsere Gesundheit eine wichtige Funktion erfüllt, wird angeregt, wodurch die Lymphflüssigkeit alle anfallenden Produkte des Stoffwechsels besser und schneller abtransportieren kann.

Massageformen im Ayurveda

Im Bereich der ayurvedischen Massagen, die zu den wichtigsten Therapieformen im Ayurveda gehören, gibt es verschiedene Techniken. Sie alle dienen der Harmonisierung unserer körpereigenen Energien, leiten Schlackeabfälle aus und fördern erneuernde und reinigende Vorgänge des Panchakarma. Die Massagetechniken werden individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse angepasst, da ein ganzheitlicher Ansatz im Vordergrund steht. Mit einer Ayurveda Massage werden Impulse frei gesetzt, die unser Nervensystem stärken und unseren Geist klar werden lassen. Ohne, dass der Massagegast etwas dafür tun muss, erhält der Körper, der heutzutage oft stark strapaziert ist, ein großes Maß an Vitalität und Widerstandskraft zurück.

Abhyanga – Ayurveda Ganzkörpermassage

Die klassische Massage im Ayurveda ist die so genannte Abhyanga, eine den ganzen Körper massierende Behandlung mit Öl. Sie wird auch als die Königin der Massagen bezeichnet und kann entweder von einem Therapeuten oder aber als Synchron Massage von zwei Therapeuten ausgeführt werden, was die Behandlung noch effektiver und angenehmer macht. Massiert wird mit viel warmem, duftendem Öl, das durch Zusätze von Kräuterextrakten zusätzlich aufgewertet wird. Mit gleichmäßigen Rhythmen behandelt der Therapeut den gesamten Körper, wobei bestimmte Bewegungsabläufe, wie sanftes Kreisen und flächiges Streichen sowie punktuelle Druckmassagen, wie bei einem Ritual einander abwechseln. Die verwendeten Öle und Essenzen werden vorher auf den jeweiligen Typ abgestimmt und somit optimal auf Haut und Konstitution geachtet.

Jeder Zentimeter der Haut wird mit warmem Öl übergossen, das tief in die Haut eindringt und dort seine nährende und klärende Wirkung entfaltet, und nachher mit behutsamen Handbewegungen berührt, verwöhnt und ausgestrichen. Achtsamkeit spielt eine große Rolle bei dieser Behandlungsform. Der Massagegast empfängt auf unbeschreibliche Weise neue Energie und Vitalität. Die Massage verbessert nicht nur das Hautbild – die Haut ist im Anschluss an die Therapie vollkommen glatt, weich und geschmeidig – sondern reinigt auch den Körper von alten Schlacken und Stoffwechselabfällen. Symptome wie Schlaflosigkeit, Erschöpfungszustände und Verspannungen, ja selbst Übergewicht lassen sich unter Umständen mit Abhyanga Massage lindern.

Shirodhara – der Stirn-Öl-Guss

„Eins sein und im fluss sein mit all unseren Gefühlen und Gedanken“, dafür steht der Stirn-Öl-Guss. Er ist eine der intensivsten Anwendungen in der ayurvedischen Therapie und wir mit warmem Öl ausgeführt. Bei dieser Behandlung fließt in einem sanften Rhythmus aus etwa zehn Zentimetern Höhe ein gleichmäßiger Strahl aus angenehm angewärmtem Öl auf die Stirn. Das, was sich so simpel anhören mag, verursacht in uns auf faszinierende Weise eine tiefe Entspannung und eine innere Stille, die einem meditativen Zustand gleich kommt.

Die Begründung ist einfach: der Strahl hat eine äußerst beruhigende Wirkung auf unser vegetatives Nervensystem. Wir tauchen ein in die Welt unserer eigenen Gefühle und Seinszustände. Da die Anwendung ausgleichend und harmonisierend wirkt, ist sie bestens geeignet für Menschen mit Bluthochdruck und Stresssymptomen. Sie ist ebenso angeraten bei Menschen mit Tinitus und Migräne und bringt auch bei Depressionen und Erschöpfungszuständen Linderung. Meist kombiniert man den Stirn-Öl-Guss mit einer Kopf- und Gesichtsmassage.

Die ayurvedische Gesichtsmassage – Mukabhyanga

Der Kopf des Menschen wird im Ayurveda als Tor zum Himmel betrachtet. Bei der Mukabhyanga handelt es sich um eine der angenehmsten und schönsten Behandlungen. Diese Gesichtsmassage hat nicht nur verschönernde Effekte, sondern übt auch Einfluss auf unsere Seele aus, indem sie Kummer, Sorgen, Ängste und Nöte beseitigt und uns somit harmonisiert und in unsere Mitte zurückführt. Hierbei kommen auserlesene ayurvedische Cremes und Öle zum Einsatz.

Die ayurvedische Kopfmassage – Shirobhyanga

Bei dieser traditionsreichen Anwendung werden Kopf, Gesicht, Nacken und Schultern ganz gezielt und achtsam mit warmen Ölen massiert, wobei die Muskulatur in den verwöhnten Bereichen entspannt und regeneriert wird. Auch hier werden unnötige Stresshormone abgebaut, der Lymphfluss verbessert und Haut und Haare einer Verjüngungskur unterzogen.

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