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Weight Watchers Diät - Abnehmen mit Punkte Konzept

Weight Watchers ist ein in Amerika gegründetes Unternehmen, welches Übergewichtigen bei einer langfristigen Gewichtsreduktion helfen soll. Neben umfassenden Ernährungsberatungen und Ernährungsplänen stehen Treffen im Vordergrund, bei welchen sich Teilnehmer der Kurse austauschen können, sich gegenseitig motivieren und helfen. Das Unternehmen wurde bereits 1963 in New York von der Hausfrau Jean Niedetch gegründet, ist mittlerweile aber im Besitz einer luxemburgischen Investmentholding, welche mit dem Unternehmen vor 12 Jahren an die Börse gegangen ist. Diese profitable Vermarkung durch den momentanen Geschäftsführer David P. Kirchhoff zeigt, wie lukrativ das Geschäft mit dem Abnehmen ist.

Ernährungskonzept von Weight Watchers

Die Grundidee, nach welcher Teilnehmer mit Weight Watchers abnehmen sollen, basiert auf dem Konzept einer moderat reduzierten Kalorienmenge und einer allgemeinen Umstellung der Ernährung.

Jeder Mensch hat eine individuelle Kalorienmenge, welcher er täglich zu sich nehmen darf, ohne zuzunehmen. Diese ist abhängig von Alter, Gewicht, Größe und Geschlecht. Um das lästige Hantieren mit Kalorientabellen zu ersparen, wurden zahlreichen Lebensmitteln Punktwerte zugeteilt, die zu einer Tageshöchstmenge an Punkten (die dem individuellen Kalorienbedarf entsprechen) aufaddiert werden dürfen.

Somit gibt es grundsätzlich erst einmal keine Verbote bezüglich bestimmter Nahrungsmittelgruppen, es geht lediglich darum, den Tagesbedarf an Energie nicht zu überschreiten.

Für wen ist Weight Watchers geeignet?

Weight Watchers kann sich von vielen anderen Diäten unterscheiden, da hier ein kommerziell vermarktetes Programm für eine Rundumbetreuung der Interessenten sorgt.

Neben Ernährungsgrundlagen, die den Teilnehmern vermittelt werden, bekommen sie zahlreiche von Weight Watchers patentierte und urheberrechtlich geschützte Ratgeber an die Hand, welche die Punktwerte der Nahrungsmittel erläutern und ihnen im Alltag eine Hilfe sein sollen. Da diese Ratgeber sehr umfangreich sind, müssen Teilnehmer selbst nur wenig planen.

Auch gibt es keine Verbote bezüglich bestimmter Nahrungsmittel – sowohl Süßigkeiten als auch Fastfood sind erlaubt – hier wird kompensiert, indem durch den diesen Lebensmitteln hohen zugeschriebenen Punktwert an dem Tag auf andere Lebensmittel verzichtet werden muss, um unter der Gesamtenergiemenge zu bleiben.

Treffen als Motivation in der Gruppe

Regelmäßige Weight Watchers Treffen der Teilnehmer haben des Weiteren einen positiven Effekt – ganz wie bei einer Selbsthilfegruppe – es wird von Erfolgen berichtet und man motiviert sich gegenseitig.

Ein Treffen dauert hier rund 45 Minuten, in denen man sich mit anderen Mitgliedern austauschen kann. Bereits davor stehen dem Mitglied ca. 30 Minuten zur Verfügung, um sich mit dem Coach über offene Fragen zu unterhalten. Neumitglieder sollten beim ersten Treffen auch noch eine halbe Stunde darüber hinaus für eine einmalige Programmvorstellung von Weight Watchers übrig haben.

Vorteile von Weight Watchers

Neben der Rundumversorgung der Interessenten bei Weight Watchers wird mit einem wissenschaftlich erwiesenen Konzept gearbeitet, welches tatsächliche Abnehmerfolge verspricht. Da es keine drastischen Einschränkungen bestimmter Nahrungsmittelgruppen gibt und auch der Grundumsatz nicht reduziert wird, ist diese Form der Ernährung auch langfristig möglich und führt nicht zu Mangelerscheinungen.

Fertigmahlzeiten von Weight Watchers

Neben den Tabellen und Listen, welche Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden, produziert das Unternehmen mittlerweile sogar zahlreiche Fertigmahlzeiten, welche bereits mit einem genau kalkulierten Punktwert versehen sind. Hier können Abnehmwillige sich sogar den Aufwand sparen, Punkte einzelner Lebensmittel zusammenzurechnen und können zum fertigen Produkt im Supermarkt greifen, was bei vielen Menschen eine attraktive Alternative zum zeitaufwendigen Kochen ist.

Nachteile von Weight Watchers

Trotz aller Vorteile darf man nicht vergessen, dass es sich bei Weight Watchers nicht um eine Ernährungsform oder Diät handelt, sondern um ein kommerziell ausgerichtetes Unternehmen, welche in erster Linie Profit machen möchte. Da es an der Börse vertreten ist, gilt es Aktienkurse zu halten und Investoren sowie Teilhaber glücklich zu machen. Ob zahlende Teilnehmer tatsächlich Erfolg beim Abnehmen haben ist hier zweitrangig, solange sie die Produkte kaufen.

Kosten für Gruppentreffen

Wer an wöchentlichen Treffen teilnehmen möchte, der muss regelmäßig Gebühren bezahlen. Dabei fällt eine einmalige Gebühr von 15 Euro an und um wöchentlich an einem Treffen von Weight Watchers teilzunehmen, werden noch einmal 12 Euro fällig. Allerdings können dann auch wöchentlich so viele Treffen besucht werden, wie man möchte.

Gleichzeitig gibt es aber auch keine Verpflichtung, an diesen Treffen teilzunehmen. Bleibt man den Treffen fern, muss auch keine Gebühr entrichtet werden.

Teure Weight Watchers Fertigmahlzeiten

Auch die von Weight Watchers hergestellten Fertigprodukte sind im Schnitt etwas teurer als andere Fertigprodukte, die im Preis schon weit über denen regulärer Lebensmittel liegen. Nicht jeder kann es sich also leisten, Weight Watchers überhaupt in Anspruch zu nehmen. Die Tatsache, dass nur abnehmen darf, wer auch zahlen kann, liefert einen faden Beigeschmack.

Erfolgswahrscheinlichkeit beim Abnehmen

Weight Watchers vermittelt das Konzept einer ausgewogenen Ernährung, welche den Grundumsatz nicht übersteigt. Dies bedeutet jedoch auch, dass nicht deutlich weniger Energie aufgenommen wird, als zum schnellen Abnehmen nötig wäre. Auf sportliche Betätigung wird oft nicht eingegangen, der Fokus liegt auf den Punktetabellen und verfügbaren Fertigprodukten aus eigener Produktion.

Kurzfristig nur moderate Abnehmerfolge

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung fand in einer Studie heraus, dass Teilnehmer bei Weight Watchers im Durchschnitt im ersten Jahr rund 3 bis 4 Kilogramm verlieren, im zweiten Jahr noch 3 Kilogramm.

Dieser sehr moderate Abnehmerfolg – welcher auch längst nicht bei jedem Teilnehmer eintritt – sorgt nicht nur dafür, dass Menschen auf die Gruppentreffen angewiesen sind, um ihre Motivation nicht zu verlieren – er garantiert dem Unternehmen auch möglichst lang zahlende Kunden.

Dauermitgliedschaft für Erfolgreiche

Beim Eintritt wird Neumitgliedern ein individuelles Idealgewicht berechnet, welches sich am Body Mass Index (BMI) orientiert. Wer dieses festgelegte Gewicht erreicht, der qualifiziert sich für das sogenannte Erhaltungsprogramm. Hier muss sechs Wochen lang das Gewicht gehalten werden. Wer dies erfolgreich schafft, erhält die Dauermitgliedschaft bzw. die sogenannte Goldmitgliedschaft.

Goldmitgliedschaft zur kostenlosen Teilnahme an Gruppentreffen

Mit dieser darf man lebenslang an Gruppentreffen kostenlos teilnehmen, solange man nicht mehr als 2 kg über seinem Idealgewicht liegt. Diese vermeintlich nette Geste zeigt jedoch die hohe Marketingkompetenz des Unternehmens – erfolgreiche Teilnehmer werden bewusst eingesetzt, um Neumitglieder zu motivieren und um anhand „lebender Beispiele“ vorzuführen, dass die Methode der Weight Watchers funktioniert.

Gruppenleiterinnen als Vorbild

Rund 16.000 Gruppenleiterinnen organisieren wöchentliche Weight Watchers Treffen. Sie alle haben gemein, dass sie vermeintlich mit Weight Watchers abgenommen haben und sich – nach Erreichen ihres Zielgewichts – für die Leitung einer eigenen Gruppe qualifiziert haben. Hier ist jedoch problematisch, dass der tatsächliche Erfolg des Abnehmens nicht nachgewiesen werden kann.

Ob eine Gruppenleiterin nun besonders viele Produkte von Weight Watchers konsumiert hat oder einer ganz anderen Diät folgte, das werden Teilnehmer nie erfahren.

Um ihre Position zu behalten wird die Gruppenleiterin selbstverständlich immer angeben, dass nur das erfolgreiche Konzept von Weight Watchers ihren Gewichtsverlust ermöglicht hat – parallel hierzu kann die kostenlose Teilnahme erfolgreicher Ehemaliger an Treffen verstanden werden, welche an diesen nur unter der Prämisse teilnehmen dürfen, mit Weight Watchers erfolgreich abgenommen zu haben.

Teilnahme auch ohne Treffen?

Wer das Konzept von Weight Watchers gerne einmal ausprobieren möchte, jedoch keine Zeit für wöchentliche Treffen hat oder den Austausch mit fremden Menschen nicht mag, der kann sich das Ernährungsprogramm auch zuschicken lassen und von zuhause aus dem Prinzip des Punktezählens folgen. Gegen eine Gebühr werden alle Unterlagen den Interessenten per Post zugeschickt oder sind online auf dem Portal von Weight Watchers verfügbar.

Ein Vorteil hierbei liegt darin, dass die Teilnehmer sehr flexibel sind und sich in ihrer gewohnten Umgebung auf das Programm einlassen können. Gruppentreffen sind lediglich eine Methode, um Interessierte zu bestärken, sich gegenseitig zu unterstützen, sie sind jedoch nicht zwingend vorgeschrieben für den Erfolg des Programms.

Erfolg und Kosten

Der Medical Research Council in Großbritannien führte zwei unabhängige Studien zur Erfolgsrate von Programmen zur Gewichtsreduktion durch. Hierbei wurde festgestellt, dass kommerziell vermarktete Programme häufig etwas erfolgreicher sind als die, die zum Beispiel privat unter Aufsicht des Hausarztes durchgeführt werden.

Dies kann beispielsweise darauf zurückzuführen sein, dass Menschen sich aufgrund ihrer finanziellen Investition mehr bemühen oder länger durchhalten, da sie für ihr Geld einen konkreten Gegenwert erwarten. Würden sie nicht abnehmen, hätten sie das Geld umsonst ausgegeben und somit verschwendet. Gleichzeitig wäre jedoch kein unzureichend belegtes Ernährungskonzept oder eine falsche Methode, sondern ihre eigene Inkonsequenz hierfür verantwortlich. Dies kann dazu führen, dass kommerzielle Programme häufiger Erfolge verzeichnen als die, die staatlich bezahlt sind (zum Beispiel im Rahmen allgemeiner Gesundheitsleistungen). Dennoch darf dieser Trend nicht überschätzt werden – bloß ein Drittel aller Teilnehmer schafft eine Gewichtsreduktion von mehr als 5%. Bei einer 80 Kilogramm schweren Hausfrau würde dies lediglich 4 Kilogramm entsprechen.

Ein Sprung ins kalte Wasser?

Wer am Konzept von Weight Watchers interessiert ist, der kann vielerorts eine Probemitgliedschaft in Anspruch nehmen. Zu einem Sonderpreis ist eine Mitgliedschaft für einige Wochen möglich, um die Dienste des Anbieters zu testen.

Problematisch ist hier jedoch, dass in diesem kurzen Zeitraum meist keine Erfolge erzielt werden können – was den Interessenten auch schnell vermittelt wird. Um langfristig erfolgreich abzunehmen ist also eine längere Mitgliedschaft notwendig, die mit einem gewissen finanziellen Aufwand einhergeht.

Das Programm also unverbindlich einmal zu testen ist in den meisten Fällen kaum möglich, sodass sich nur auf Mundpropaganda verlassen werden kann. Für gesellige Menschen, die sich durch regelmäßige Treffen mit Gleichgesinnten motivieren können, ist es allerdings eine gute Möglichkeit, einen Einstieg zu finden.

Fazit zu Weight Watchers

Weight Watchers ist sehr kommerziell ausgerichtet und das muss Interessenten auch bewusst sein. Trotzdem verfolgt das Unternehmen ein sinnvolles Ernährungsprogramm. Abnehmwillige können an Treffen teilnehmen und sich an Punktelisten orientieren, müssen jedoch nicht zwangsläufig die Fertigmahlzeiten von Weight Watchers kaufen, um erfolgreich zu sein.

Ob und wie viel sie abnehmen hängt in erster Linie von ihrer eigenen Motivation ab sowie natürlich ihrem Ausgangsgewicht. Ein stark übergewichtiger Mensch hat deutlich größere Chancen, im ersten Jahr 5 oder sogar 10 kg zu verlieren als ein Mensch, welcher lediglich ein paar Pfunde mehr mit sich herumträgt, als er eigentlich möchte.

Wer über eine Mitgliedschaft nachdenkt sollte sich im Vorfeld fragen, ob ihm Gruppentreffen liegen und ob er zu einer längerfristigen Investition bereit ist – wenn Mitgliedschaften beispielsweise nur für ein Jahr erworben werden können.

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