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Blutgruppendiät - blutgruppenspezifische Ernährung

Die Blutgruppendiät wurde von Peter D’Adamo, einem amerikanischen Naturheilkundler und Buchautor, entwickelt. Sie basiert auf der Annahme, dass die Blutgruppe eines Menschen maßgeblich über seine Fähigkeit entscheidet, bestimmte Nahrungsmittel zu verdauen und effizient zu verwerten. Nach D’Adamo kann es beim Verzehr von für die eigene Blutgruppe ungünstigen Nahrungsmitteln langfristig zu Krankheiten kommen, hierzu zählt auch Übergewicht.

Die Theorie ist jedoch umstritten und die Blutgruppendiät wurde – zumindest aus sich der Deutschen Gesellschaft für Ernährung – als ungesund eingestuft. Sie sei wissenschaftlich nicht beweisbar und entbehre deshalb jeglicher nachvollziehbarer Grundlage.

Bestimmte Nahrungsmittelgruppen für bestimmte Blutgruppen

Peter D’Adamo unterscheidet die drei großen Blutgruppen 0, A und B und orientiert sich hierbei an dem aus seiner Sicht relevanten Zeitraum der Entstehung und den zu dieser Zeit üblichen Ernährungsgewohnheiten.

Blutgruppe 0

So behauptet D’Adamo, dass die Blutgruppe 0 die älteste aller Blutgruppen sei und vor 40000 Jahren entstanden ist, als die Urmenschen noch als Jäger und Sammler gelebt hätten.

Menschen der Blutgruppe 0 besitzen die zweithäufigste Blutgruppe in Deutschland. Ihr Stoffwechsel arbeitet nach der Theorie der Blutgruppendiät relativ langsam. Als Blutgruppe der Jäger und Sammler, die sich überwiegend von Tieren ernährten, ist der Verzehr von rotem Fleisch 6-8 mal pro Woche je ca. 180g bei dieser Blutgruppe ideal. Dieses beinhaltet wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die beim Abspecken helfen. Nüsse und ölhaltige Samen sind hier genauso wichtig wie Gemüse, wertvolle Ballaststofflieferanten. Getreideprodukte sowie Obst und Kuhmilchprodukte sollten hingegen aufgrund ihres hohen Zuckeranteils (durch die Kohlenhydrate) gemieden werden.

Blutgruppe A

Die Blutgruppe A (welche auch die häufigste in Deutschland ist) wurde seiner Meinung nach bei den ersten Bauern nachgewiesen, welche sich von Getreide und Gemüse ernährten.

Menschen mit dieser Blutgruppe haben oftmals unter Stress und psychischem Druck besonders zu leiden, welcher sich negativ auf ihren Stoffwechsel auswirkt. Idealerweise verzichten Menschen der Blutgruppe A auf Lebensmittel mit tierischer Herkunft. Dies bedeutet jedoch nicht, nun zwangsweise Vegetarier zu werden, denn die Aufnahme von Eiweiß ist wichtig bei jeder Gewichtsreduktion. Dieses kann in Form von fetthaltigem Fisch wie zum Beispiel Lachs aufgenommen werden. Auch Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und Sojaprodukte sind eiweißhaltig.

Obst und Gemüse dürfen hier ebenfalls unbegrenzt verspeist werden. Entspannungsübungen helfen, einen stressfreieren Tagesablauf zu garantieren und die neue Ernährung optimal auf den Körper wirken zu lassen.

Blutgruppe B

Die letzte Gruppe stellen die Viehzüchter, der „Nomaden-Typ“, dar, welche überwiegend die Blutgruppe B besessen haben sollen.

Die Blutgruppe B ist relativ selten. Wie auch Menschen der Blutgruppe A führt hier Stress zu einer schlechten Ernährungsumwandlung. Glücklicherweise vertragen Menschen der Blutgruppe B jedoch Eiweiße deutlich besser und müssen somit nicht auf Milchprodukte verzichten. Während Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Nüsse, Getreide und Gemüse problemlos gegessen werden können, sollte man jedoch bei sehr fetthaltigem Käse sowie Hühnchenfleisch etwas zurückhaltender sein – dies wird weniger gut vertragen.

Blutgruppe AB

Die Kombination der Blutgruppen AB ist laut D’Adamo eine neuere Entwicklung des modernen Menschen und in Deutschland auch sehr selten. Menschen, die diese Blutgruppe besitzen, können jedoch bezüglich ihrer Ernährung viele Vorteile genießen, da sie viele Nahrungsmittel problemlos vertragen.

Dennoch sollte man auf eine günstige Auswahl von leicht verdaulichen Nahrungsmitteln achten, um seinem Körper etwas Gutes zu tun. Hülsenfrüchte, Sojaprodukte und Fisch sind leicht verdauliche Proteine, die fetthaltigem Fleisch vorgezogen werden sollten. Bei Milchprodukten sollte gegärten Milchprodukten wie Kefir, Dickmilch, Quark und Joghurt der Vorrang gegeben werden. Obst und Gemüse sollte so häufig wie möglich gegessen werden und versorgt den Körper mit wichtigen Mineralstoffen und Vitaminen.

Theorie der Blutgruppendiät

Die von D’Adamo angebotene wissenschaftliche Erklärung zur Theorie der Blutgruppendiät basiert auf in der Nahrung vorkommenden komplexen Glykoproteinen. Diese sind auch als Lektine bekannt und ähneln in ihrer Beschaffenheit den roten Blutkörperchen im menschlichen Organismus.

Konsumiert man die „falschen“ Lebensmittel, so entsteht eine kontraproduktive Wirkung in der Vermischung der Lektine mit den Blutkörperchen und es kommt zu einer Verklumpung der Antigene im Blut.

Die Theorie basiert somit auf der Annahme, dass bestimmte Lebensmittel mit der Blutgruppe nicht vereinbar wären und aufgrund der Agglutination zwangsläufig zu Krankheiten führen müssten. Dies ist jedoch nicht bewiesen und umstritten.

Individualität statt Unvermeidbarkeit

Es ist unumstritten, das Menschen unterschiedliche Ernährungsbedürfnisse haben. Auch die besten allgemeinen Grundsätze sind nicht immer streng auf jeden einzelnen Menschen anzuwenden. So können Allergien oder Unverträglichkeiten in Einzelfällen dazu führen, dass ein Mensch keine Milch, Nüsse oder auch Getreidesorten verträgt. Dies ist jedoch oft der Tatsache zuzuschreiben, dass dem Menschen bestimmte Enzyme zur Verwertung der Nahrung fehlen, ein genetischer Defekt.

Während Allergiker somit ihre Allergene meiden, um ihren Organismus nicht unnötig zu belasten oder schwere allergische Reaktionen hervorzurufen, müssen sie auf gesunde Alternativen achten. Wem Eiweiß aus Milchprodukten fehlt, der greift zu Soja oder tierischem Eiweiß. Es geht hierbei um individuell sinnvolle Ernährungsformen, nicht jedoch um eine Vorverurteilung zu einer bestimmten (sehr einseitigen) Ernährungsweise, nur weil die Blutgruppe dies vorschreibt.

Fazit zur Blutgruppendiät

Die Blutgruppendiät basiert nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und ist in vielerlei Art umstritten. Im Gegensatz zu den von D’Adamo aufgestellten Theorien zur Klassifizierung der Menschen in Blutgruppen – es ist sehr unwahrscheinlich, dass alle Menschen nur aufgrund einer einheitlichen Zeitperiode alle dieselbe Blutgruppe besaßen – und der Annahme, dass die Lektine in der Nahrung bei falscher Blutgruppe schädlich seien, ist die gesundheitsschädigende Wirkung einer Fehl- oder Mangelernährung von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bereits mehrfach bewiesen worden.

Wer abnehmen möchte, der muss auf seine individuellen Bedürfnisse und mögliche Unverträglichkeiten achten. Ein radikaler Verzicht auf ganze Nahrungsmittelgruppen ist jedoch unsinnig, da hierdurch ein funktionierender Stoffwechsel blockiert wird und es langfristig zu ernährungsbedingten Krankheiten – und auch Übergewicht – kommen kann.

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