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Ananas Diät

Das Prinzip der Ananas Diät basiert darauf, dass in diesem Nahrungsmittel viele fettspaltende Enzyme vorhanden sind, welche den Fettabbau im menschlichen Organismus nur so ankurbeln. Nach dieser Annahme dürfen Menschen während der Ananas Diät nur dieses Lebensmittel sowie Tee und Wasser zu sich nehmen und müssten demnach aufgrund der vielen Enzyme jede Menge Fett verbrennen.

Da sie gleichzeitig wenig Kalorien zu sich nehmen und keinerlei Fette oder Eiweiße aus der Nahrung beziehen, wird dem Körper kaum Energie in Form neuer Nahrung zur Verfügung gestellt, sodass er auf bestehende Fettreserven – den ungeliebten Hüftspeck – zurückgreifen muss.

Diese Diätform ist jedoch umstritten und aus verschiedenen Gründen auch wissenschaftlich nicht haltbar.

Was kann die Ananas wirklich?

Es ist richtig, dass die Ananas ein sehr gesundes Nahrungsmittel ist. Sie ist nicht nur reich an Vitamin C, sondern verfügt auch über den Stoff Bromelain. Bromelain ist ein Ferment, welches Eiweiß schon bei der Nahrungsaufnahme zerkleinert und dafür sorgt, dass es in gespaltener Form in den Zellen ankommt. Hier kann es dann optimal verwertet werden.

Obwohl zwar fettspaltende Enzyme in der Ananas vorhanden sind, wird Fett erst tatsächlich aufgespalten, wenn es dem Körper in Form von Energie zur Verfügung gestellt werden muss – beispielsweise, um Nahrungsmitteleiweiße in körpereigenes Eiweiß umzuwandeln. Hier bewirkt das Zusammenspiel von fettspaltenden Enzymen und Bromelain einen positiven Effekt – jedoch nur, wenn auch tatsächlich ausreichend Eiweiße mit der eigenen Ernährung aufgenommen werden.

Ernährungsplan einer Ananas Diät

Wie der Name der Diät bereits vermuten lässt, ist die Gestaltung ziemlich einseitig. So wird tagein tagaus nichts anderes als Ananas verspeist – bitte ungezuckert, denn das würde für unnötige Kohlenhydrate sorgen.

Da Ananas gleichzeitig einen hohen glykämischen Index hat, lockt sie schnell das Hormon Insulin, welches den Blutzuckerspiegel reguliert. In Kombination mit Fetten oder Kohlenhydraten werden diese sofort in die Fettzellen eingelagert, anstatt verbrannt zu werden. An Flüssigkeit darf nur Wasser oder Tee getrunken werden.

Die Ananas Diät sieht einen Kalorienbedarf von 1000 kcal täglich vor. Dieser kann nur gedeckt werden, wenn ca. 2 bis 3 Kilogramm Ananas pro Tag gegessen werden – mangels Alternativen wird jeder dieser einseitigen Ernährungsform schnell überdrüssig werden.

Gewichtsverlust, aber kein Abnehmerfolg

Wie bei vielen Crashdiäten kommt es auch bei der Ananas Diät nach kurzer Zeit zu einem schnellen Gewichtsverlust. Dieser bestärkt Abnehmwillige oft in ihrem Unterfangen, noch ein wenig durchzuhalten. Hierbei übersehen sie jedoch, dass sie ihrem Stoffwechsel mehr schaden, als ihn zu unterstützen.

Der anfängliche Gewichtsverlust ist mit viel Wasser zu erklären, welches aus dem Körper ausgeschwemmt wird. Dieser kann schon einmal zwei oder drei Kilogramm betragen – je nach Größe und Gewicht kann er auch individuell höher sein.

Ist das anfänglich überschüssige Wasser jedoch erst einmal ausgeschwemmt, stagniert das Gewicht und der Stoffwechsel schaltet auf Sparflamme, um in diesen mageren Zeiten von 1000 kcal täglich überleben zu können.

Jojo-Effekt unvermeidlich

Da die niedrigkalorische Ernährung den Körper zwingt, den Stoffwechsel einzuschränken, wird die gesamte Aktivität des Magen-Darm und Verdauungstrakts herabgesetzt.

Gleichzeitig werden Muskeln abgebaut, um das durch die Mangelernährung entstandene Eiweißdefizit auszugleichen. Dies führt in einer Kettenreaktion dazu, dass der Grundumsatz noch weiter herabgesetzt wird, denn schließlich sind es die Muskeln, die durch ihre Wärmeproduktion und Bewegung die Energie verbrennen, die wir in Form von Fetten an den Hüften mit uns herumtragen. Ohne diese Muskeln wird nicht nur weniger Fett verbrannt – sobald ein Mensch sich nach der Radikalkur wieder normal ernährt, wird der Körper mit diesem Überschuss einer sonst normalen Kalorienmenge nicht zurechtkommen. Er bunkert alle Energie, die er bekommen kann – der Jojo-Effekt setzt ein.

Nicht selten sind nach einer Crashdiät mit kurzzeitigem Erfolg sogar noch mehr Pfunde auf den Hüften als vor Beginn der Diät.

Ananas ja, aber als gesunde Alternative

Trotz dieser negativen Aussicht ist die Ananas selbst ein hervorragendes und gesundes Lebensmittel, welches nicht als Dickmacher abgestempelt werden sollte. Doch wie bei allen Nahrungsmitteln kommt es auf eine sinnvolle Kombination und eine ausgewogene Ernährung an.

Nur wenn dem Körper alle benötigten Vitamine, Mineralstoffe und Grundbausteine in Form von Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten zur Verfügung stehen, kann er die aufgenommene Nahrung optimal verwerten. Wer ausgewogen isst, der kann reguläre Tagesmengen an Kalorien, Fetten etc. zu sich nehmen und wird nicht zunehmen.

Der gesunde Organismus verstoffwechselt die Fette von ganz allein und sorgt dafür, dass sie in Energie umgewandelt werden und nicht als Speck auf der Hüfte landen. Ananas als Beilage oder Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung fördert diesen Effekt. Allein kann sie jedoch niemals eine gesunde Ernährungsform darstellen.

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